Sechs Wochen in Schweden. Das war der Plan für den Schwedensommer 2017. Und das war auch das Resultat. Alles hat geklappt, wie am Schnürchen. Ich habe atemberaubende Abenteuer erlebt, grossartige Menschen kennen gelernt und viele neue Dinge über Schweden erfahren. All diese Geschichten werden ich euch in den nächsten Wochen erzählen. Schön häppchenweise, ist ja logisch.

Schwedensommer
Eines der vielen Beispiele für die tolle Natur in Schweden. (Foto: Andrea Ullius)

Genau 4602 Kilometer war ich mit meinem Mietwagen von Europcar unterwegs. 4’502’000 abwechslungsreiche Meter Schweden, wenig Åland und noch weniger Finnland. Während 45 Tagen habe ich Infos gesammelt, Fotos geschossen und Eindrücke gespeichert. Einmal mehr kann ich sagen, diese Tage gehören zu den besten meines Lebens. Aber das behaupte ich ja eigentlich über alle Tage, wenn ich in Schweden bin.

Nun bin ich wieder zu hause und die Schreiberei, die Verarbeitung meiner Erlebnisse kann beginnen. Wie immer werde ich versuchen dir wichtige Infos zu übermitteln. Teilweise bekommst das in Kurzform, manchmal sehr ausführlich und persönlich.

Der Schwedensommer in kompakter Form

Damit du schon einen kleinen Vorgeschmack auf das Folgende bekommst, hier ein ziemlich Schnelldurchlauf meines Schwedensommers. Los geht’s

Der Start meines Abenteuers ist in Helsinki erfolgt. Dies hatte reisetechnische Gründe. Wenn du einen Mietwagen hast, dann wird es saumässig teuer, wenn du den nicht im gleichen Land der Übernahme zurückgibst. Da meine Rückreise mit einer Chartermaschine ab Flughafen Kittilä (FIN) geplant war, lag es auf der Hand, dass ich nach Helsinki flog. Da ich auf die Åland Inseln wollte, war das zudem eine sehr ideale Variante.

Der Senatsplatz ist einer der wichtigsten Punkte in Helsinki. (Foto: Andrea Ullius)

Klar, ich schreibe über Schweden. Aber mein Visier ist trotzdem offen für andere skandinavische Länder und Orte. Die 24 Stunden Helsinki waren folglich ein toller Einstieg in die Reise.

Mein erstes Ziel war Åland. Politisch zu Finnland gehörend, geniessen diese Inseln jedoch grösstmögliche Autonomie. Die Bewohner fühlen sich eher als Schweden, denn Finnen. Bezahlt wird mit Euro, gesprochen wird Schwedisch.

Auf Åland habe ich meine Freunde Maria und Jani Westerlund besucht und mit ihnen einige coole Dinge unternommen. Unter anderem stand ein Besuch im Restaurant Smackbyn auf dem Programm. Der Boss dort ist Micke Björklund und auf der Insel der kulinarische Fels in der Brandung. Hier nun mein aktueller Artikel über Åland.

Åland: Skandinavien im Kleinformat

Schwedensommer in Stockholm

Next Stopp Stockholm. Der zweitägige Aufenthalt in der Hauptstadt stand unter einem kulinarisch – kulturellen Stern. Kulinarisch, weil ich einerseits die Ehre hatte, mich mit Gert Klötzke (Kochweltmeister und mehrfacher Koch des Jahres in Schweden) zum Nachtessen im Fjäderholmarnas krog zu treffen und anderseits weil ich einen Schwatz mit Patiserie-Weltmeister Johan Sandelin in seinem Lokal Vete-Katten abhalten konnte. Die Interviews werde ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Schwedensommer
Stargastronom Gert Klötzke (links) und unser Kapitän Kent (rechts). (Foto: Andrea Ullius)

Der kulturelle Teil liess mein ABBA-Herz höher schlagen. Ich habe Mamma Mia The Party gebucht. Sicher kennt ihr das Musical. Nun haben Björn und Benny im Vergnügungspark Grönalund ein Lokal zu einer griechischen Taverne umgebaut, und da wird nun jeden Abend Mamma Mia zu leckerem griechischen Essen aufgeführt. Am Schluss des Abends stehen die Gäste auf dem Tisch und tanzen ausgelassen.

Dalarna, das Schweden Schweden

Nun war fertig mit Grossstadeleben. Dalarna und ein vollgepacktes Programm standen auf dem Programm. Ich besuchte den Avesta Visentpark und lernte viel über diese Tiere, die kaum mehr in freier Natur vorkommen. Über die Wisents habe ich bereits einen Artikel verfasst, den ihr hier lesen könnt.

Avesta Visentpark: Artenpflege pur

Nächster Höhepunkt: Ich durfte bei der Herstellung des besten Knäckebrots der Welt beiwohnen. Ohne Scheiss, ich finde das Skedvi Bröd mit Abstand das beste Knäcke, welches ich bis jetzt gegessen habe. Film und Text zum Knackbrot könnt ihr in meinem Artikel nachlesen.

Skedvi Bröd- Das beste Knäckebrot

Meine erste Nacht in Dalarna verbrachte ich im wunderbaren Tällberg, genauer gesagt im sensationellen Åkerblads Hotell. Zimmer, Küche und Personal war mega. Mit Hans Jensen habe ich eine kleine Tour durch diesen wunderbaren Ort gemacht. Hier findst du diese typischen roten Schwedenhäuser en Masse. Nebenbei hat mir Hans natürlich viele Geschichten erzählt. Ob ich noch alle weiss … ich werde es herausfinden, wenn ich dann darüber schreibe.

Ein tolles Hotel, das Åkerblads Hotell. (Foto: Andrea Ullius)

In Schweden trifft man auch immer wieder Schweizer, die ausgewandert sind und hier ihr Glück versuchen. Zwei davon Monika Gämperle und Nicola Steiner, habe ich in Johannisholm in der Nähe vom Mora besucht. Sie betreiben hier einen tollen Campingplatz namens Steiner’s Lodge. Wer eine gemütliche Stuga sucht, der ist hier richtig.

Für die nächsten Tage war Mora als Domizil festgelegt. An dieser Stelle schon mal ein riesiges Dankeschön dem Hotel Moraparken und Dalarna Tourismus für die Unterstützung. Mora hat einige Dinge, die man sehen muss. Der Maler Anders Zorn lebte hier und die Stätte seines Wirkens kann besucht werden. Dann ist in Mora auch der Zieleinlauf des Vasaloppet (Wasalauf). Mora ist ideal als Basecamp für weitere Unternehmungen.

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Anja und Marco von Sweden Bonfire sind grossartige Guides. (Foto: Andrea Ullius)

Was für Schweizer-Auswanderer gilt, ist auch für die Deutschen richtig. Man findet Viele in Schweden. Die Geschwister Anja und Marco Endler von Sweden Bonfire haben mich auf eine Quad- und Flosstour mitgenommen. Was für liebsame und unliebsame Erfahrungen ich hier gemacht habe könnt ihr dann in meinem Artikel lesen.

Zwei Dinge gehören zu Mora und Dalarna wie das Amen in der Kirche. Die Dalahästar (Dalapferde) und Morakniv (Messer). Beide Fabriken habe ich besucht und ein Tauschgeschäft gemacht. Mehr dazu dann in den entsprechenden Artikeln.

Alle Dalahästar werden von Hand bemalt. (Foto: Andrea Ullius)

In Schweden waren und sind viele Raubtiere heimisch. Tiger, Polarbären, Braunbären, Luchse und und und. Im Orsa Predator Park kannst du all dies Tiere in schönen und artgerechten Gehegen entdecken.

Schwedensommer in Jämtland

Lofsdalen ist in erster Linie als Skidestination bekannt. Da man im Sommer ja nicht Skifahren kann, habe ich Bären beobachtet, konnte Whiskey in luftiger Höhe degustieren und frisch gebrautes Bier trinken. Prost. Hier ist der Artikel.

Lofsdalen: Nicht nur im Winter ein Geheimtipp

Kulinarisch ging es auch am nächsten Tag weiter. Ich besuchte einen Bauernhof in Oviken. Dort wird einer der besten Käse Schwedens hergestellt. Welchen genau, und welche Restaurants auf dieses Produkt schwören, könnt ihr in meinem Artikel lesen.

Oviken Ost: Gar kein Käse

Magnus Nilsson vom Restaurant Fäviken Magasinet in Järpen ist einer der besten Köche der Welt. Sein Lokal ist über Monate ausgebucht. Zurecht sagen die Leute. Magnus ist aber auch Besitzer einer Wurst Manufaktur. In Undersåkers kannst du bei Undersåkers Charkuteriefabrik Würste, dry aged Rindfleisch und viele weitere Spezialitäten kaufen. Magnus hat mir erzählt, wie es dazu gekommen ist.

In Östersund habe ich mir dann einen freien Tag gegönnt, bevor ich weiter an die Höga Kusten gegondelt bin. Im Björkuddens Hotell & Restarang war ich bestens aufgehoben und konnte mich von eine intensiven Wanderung an der Höga Kusten erholen.

Ein tolles Hotel, direkt am Wasser der Höga Kusten. (Foto: Andrea Ullius)

Leider war die Zeit an der Höga Kusten ziemlich knapp bemessen. Nach zwei Tagen musste ich schon weiter Richtung Lappland. Eine Fahrt über die Höga Kusten Strasse liess ich mir aber nicht entgehen. Übernachtet habe ich im lustigen Camping von Tallbacken.

Dann folgten die Höhepunkte Schlag auf Schlag: ein Besuch bei Asplunda Lanthandel (Museum eines alten Kaufmannsladen), die Besichtigung der Torvsjö Kvarner (alte wasserbetriebene Mühlen) und die wunderbare Anreise nach Norråker.

Was ich in Norråker in Bezug auf Gastfreundschaft erlebt habe, hat mich sehr beeindruckt. Du kommst als Fremder und gehst als Freund. Genau so lautet auch der Titel meines Artikels über Norråker.

Norråker: Man kommt als Fremder und geht als Freund

Kein Schwedensommer ohne Midsommar

Dann stand Midsommar vor der Türe. Nebst Weihnachten ist das der wichtigste Feiertag der Schweden. Ich fuhr nach Saxnäs ins Hotel Saxnäsgarden und von dort aus weiter nach Fatmomakke. Fatmomakke ist ein wichtiger Ort für die Samen. Hier steht eine ihrer Kirchen und zwei mal im Jahr trifft man sich hier zum Gottesdienst. Am Vorabend vor Midsommar (Midsommar afton) wird hier mit vielen Leuten aus Nah und Fern unterm Maibaum gefeiert. Mehr über Fatmomakke erzähle ich euch dann in meinem Artikel.

Schwedensommer
Klein und Gross feiern Midsommer auf Fatmomakke. (Foto: Andrea Ullius)

Dann kam Scheisswetter! Heftige Regenfälle und Temperaturen zwischen vier und sechs Grad dämpften meine Stimmung anfänglich etwas. Eine Wanderung im Bjurälven Naturreservat war geplant. Dank der grossartigen Kleidung von Haglöfs habe ich dem Wetter ein Schnippchen geschlagen und zusammen mit meinen Guides Kattis und Franca von Vilseledaren das Gebiet mit den unterirdischen Wasserläufen und Quellen erkundet.

Schwedensommer
Kattis, Franka und meine Wenigkeit trotzen dem Regen. (Foto: Andrea Ullius)

Nach den Midsommar Festivitäten pendelte sich der Alltag in Schweden wieder langsam ein und ich besuchte in Vilhelmina Risfjells Sami Handicraft. Das Sami-Ehepaar hat sich auf Samisches Kunsthandwerk spezialisiert und verkauft ihre Kostbarketen und die von anderen „Handwerkern“ in einem lustigen Laden an der Hauptstrasse von Vilhelmina. Ich habe mich dort grad mit Mitbringseln eingedeckt.

Schwedensommer
Der obligatorische Elch durfte im Zoo natürlich nicht fehlen. (Foto: Andrea Ullius)

In Lycksele besuchte ich den Zoo und verbrachte den Vormittag mit „Tierebeobachten“. Nach einer Stärkung im legendären Budhas Kaffe och Rosteri besichtigte ich noch Gammplatsen, ein Freilichtmuseum mit vielen Gebäuden aus vergangenen Tagen. Selbstverständlich werde ich euch Lycksele in einem Artikel näher bringen.

Zurück an der Ostküste

Schon mehr als die Hälfte meines Schwedensommers 2017 war nun absolviert, aber die Highlights folgten dicht gedrängt. Richtig grossartig war der Aufenthalt in Granö Beckasin. Ich durfte in einem Baumhaus leben, und eine Flossfahrt liess mich richtig entspannen. Granö, ein Ort, den ihr unbedingt besuchen müsst. Mehr dazu kommt bald.

Leben im Baumhaus. Ganz nett, oder? (Foto: Andrea Ullius)

Nach viel Natur folgten nun die Städte Umeå und Skellefteå auf der Route Richtung Norden. Mit Eria Back habe ich Umeå und Umgebung auf dem Fahrrad erkundet und einen sensationellen Skulpturenpark entdeckt. Toll auch das neue U&Me Hotel. Ich war überrascht, was Umeå alles zu bieten hatte.

Schwedensommer
Tolle Architektur in Umeå. (Foto: Andrea Ullius)

Gleiches gilt auch für Skellefeå. Unter der kundigen Führhung von Anna Lindfors schaute ich mir die Kirchenstadt von Lövånger an. Nach einem Ausflug zum Leuchtturm von Bjuröklubb mit anschliessender Fika, checkte ich im Stiftsgården ein. Zu meiner Freude fand das grosse Stadtfest von Skellefteå am gleichen Abend statt. Party!

Julie Bergan voll in ihrem Element in Skellefteå. (Foto: Andrea Ullius)

Die nächsten Tage verbrachte ich in Sichtweite zur Finnischen Grenze. Im Ressort von Kukkolaforsen fand ich Zeit, mich für das letzte Viertel meiner Reise zu stärken. Kukkolaforsen liegt unweit von Hapranda (SWE) und Tornio (FIN), an Ende des Bottnischen Meerbusens. Als Grenze dient der Fluss Torne älv. Mit einem Schritt kannst du in die Zukunft reisen, denn Finnland ist punkto Uhrzeit eine Stunde voraus.

Vom diesen traditionellen Brücken aus wird gefischt. (Foto: Andrea Ullius)

Der Torneälv ist natürlich nicht nur Grenze, sondern auch ein Paradies für Fischer. Anfangs Sommer fängt man hier Lachs en masse, und ab Mitte Juli ist dann der sogenante „White fish“ an der Reihe. Mit welcher Technik hier gefischt wird, erzähle ich euch dann in meinem Artikel über Kukkolaforsen.

Und jetzt noch Lappland

Für zwei Nächte machte ich in Arvidsjaur bei Wildact Adventure halt. Zwei Schweizer, Simone Mendelin und Jürg Eugster betreiben hier eine tolle Anlage mit Hotel, Stugas und viel Umschwung. Spezialgebiet von Wildact Adventure sind Hundeschlitten-Touren und Packrafting. Ich habe mich im Packrafting versucht und noch gelernt, wie man outdoor kocht.

Packrafting: Prädikat sehr geil. (Foto: Andrea Ullius)

Das Ende meines Schwedensommers rückte unentwegt näher. Doch bevor es so weit war stoppte ich in Jokkmokk, dem Hauptort der Sami. Zu Jokkmokk gehört auch der Ort Vuollerim. Hier sind die Leute besonders innovativ und haben innert kürzester Zeit 50 Aktivitäten für Gäste aus dem Boden gestampft. Evalena und Audun haben mich eingeladen, ihnen beim Kuh-Bingo zu helfen. Was dabei herausgekommen ist erzähle ich auch dann in meinem Artikel. „50 Dinge, die du in Vuollerim erleben kannst.“

Kuh-Bingo: was für eine lustige Sache. (Foto: Andrea Ullius)

Nach dem Tier „Kuh“ stand das Tier „Fisch“ auf der Tagesordnung. Robert Westin ist „Profi-Fischer“ und hat mich auf eine zweitägige Fischtour mit dem Kanu mitgenommen. Endlich hat mir mal jemand genauer erklärt, wie Fischen funktioniert. Ergebnis: 3 Hechte und 1 Egli. Danke Olga von Jokkmokk Arctic Dream für die Organisation.

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Robert ist auch ein super Koch. Hunger hatte ich nie. (Foto: Andrea Ullius)

Und dann der Abschied. Zur profilaktischen Angewöhnung an die Schweiz, habe ich die Eidgenossen Denise und Stephan Mitterer vom Skogshotell besucht. Bei ihnen habe ich viel über Probleme mit der schwedischen Bürokratie und über das verschieben von Häusern erfahren.

Eine alte Miene zu besuchen ist nur eine der Aktivitäten, die das Skogshotell empfiehlt. (Foto: Andrea Ullius)

Via Levi (FIN) bin ich dann mit Edelweiss Air ab Kittilä wieder nach Zürich geflogen. Schon waren die sechs Wochen um.

Sicher und wohlbehalten hat mich Edelweiss wieder in die Schweiz gebracht. (Foto: Andrea Ullius)

Das war ein grossartiger Schwedensommer. Es war aber auch ein anstrengendes Abenteuer. Nicht körperlich, sondern geistig. So viele Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen müssen verarbeitet werden. Meinen Plan, jeden Tag einen Artikel zu schreiben musste ich schon nach den ersten Versuchen begraben. Die Zeit war schlicht nicht vorhanden. Immerhin habe ich es geschafft, alle Fotos zeitnah zu bearbeiten und euch auf Instagram die Highlights zu präsentieren. Folgt mir doch auf Instagram.

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An dieser Stelle möchten ich meinem Partner Kontiki Reisen ein riesen Dankeschön aussprechen. Dank euerer Unterstützung konnte ich diese tolle Reise überhaupt unternehmen. Sackstark.

Nun folgen in den nächsten Wochen meine Geschichten über den Schwedensommer … ich freue mich, wenn ihr regelmässig reinschaut. Tack.

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