Avesta Visentpark: Artenpflege pur

Avesta, ein Ort im Zeichen des Bisons

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Der Wisent oder Europäische Bison galt anfangs des 20. Jahrhunderts als beinahe ausgerottet. Dank Institutionen, wie dem Avesta Visentpark, konnte die Art jedoch erhalten werden. Und so tummeln sich heute über 3’000 Tiere in freier Natur. Zeit, diesen Tieren einen Besuch abzustatten.

Wisente strotzen vor Kraft. (Foto: Andrea Ullius)

Es sind wahrlich riesige Tiere diese Wisent (auf Schwedisch Visent). Ein Bulle bringt bis zu einer Tonne auf die Waage. Dagegen wirken die Weibchen (Kuh) mit ihren 700 kg Lebendgewicht schon fast filigran. Marianne Erikson hat mich auf einer Runde durch das Gehege begleitet. Sie kennt die Geschichte der Wisente in-und auswendig. Zu unserer Freude konnten wir eine Herde von ganz nah beobachten. Marianne meinte, dass dies sehr selten sei, wenn ganz junge Kälber mit der Mutter unterwegs seien.

Reiben am Fels will gelernt sein. (Foto: Andrea Ullius)

Früher war der Wisent auf einem grossen Teil des europäischen Kontinents zu Hause. Die Herden von bis zu zwanzig Tieren lebten in gemässigen Laub-, Nadel- und Mischwäldern. In den 1920er Jahren war der Wisent praktisch ausgestorben. Das letzte frei lebenden Tier wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Alle heute lebenden Tiere stammen von 12 dazumal in Zoos oder Gehegen existierenden Exemplaren ab.

Dank Skansen überlebten Wisente in Schweden

Die Wiesents von Avesta stammen aus dem stockholmer Zoo Skansen. Der ehemalige Generalkonsul Axel Ax:son Johnson übernahm in den 20er Jahren sechs Tiere von Skansen und gab ihnen vorerst in einem Freigehege in der Nähe des Långsjöns in Norberg ein neues Zuhause. 1939 siedelten die Wistente dann nach Avesta über.

Axel Ax:son Johnson war Unternehmer in der Stahl und Eisenindustrie und besass eine Fabrik in Avesta. In all den Jahren wechselte der Park mehrfach den Besitzer und gelangte schliesslich in den Besitz der Gemeinde Avesta. Diese betreibt nun seit 2010 den Park und setzt den Wisent als Wahrzeichen der Stadt in Szene. Einen Visent aus rostfreiem Stahl kann man im Rathauspark besichtigen. Model für den Stahl-Bison hat der Bulle Pudam gestanden, der 1969 aus Polen in den Avesta Visentpark kam.

Auch Wisente zanken sich. (Foto: Andrea Ullius)

Avesta Visentpark hilft bei Auswilderungen

Im Avesta Visentpark leben in der Regel gegen 30 Tiere, die in zwei Herden aufgeteilt sind. Jede Herde hat ihr eigenes Gehege. Es sind immer wieder Kälber zu sehen, die dann noch etwas wacklig auf den Beinen sind.

Der Avesta Visentpark beteiligt sich auch regelmässig an Auswilderungsaktionen. Vor zwei Jahren wurden sechs Wisente aus Avesta im Tarcu-Gebirge in den Süd-Karpaten (Rumänien) ausgewildert. Die Herde gedeiht prächtig.

Im Jahre 2013 wurde im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge eine achtköpfige Wisentherde ausgewildert. Damit leben nun erstmals seit einem halben Jahrtausend wieder Wisente frei auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

In der Schweiz wird die Wiederansiedlung von Wisenten im Jura diskutiert. Die neue Heimat der Wisents soll der Naturpark Thal werden. Dort und in dessen Umgebung liegt eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Schweiz, nämlich der Nordhang der Weissenstein-Kette.

Vielseitiges Angebot im Visentpark

Zur Geschichte der Wisente in Avesta gibt es in der Scheune eine kleine Ausstellung mit vielen Informationen. Nebenan im kleinen Kaffee kannst du dich nach der Tierbeobachtung stärken. Sie machen her übrigens leckere Sandwiches. Bei Fragen kannst du dich an Marianne Erikson wenden.

Der alte Bauernhof. (Foto: Andrea Ullius)

Nebst den Tiergehegen kann auch ein alter Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert besichtigt werden. Du siehst hier, wie Menschen um 1920 lebten. Ich sage dir: für vier Personen waren das verdammt keine Wohnungen. Das Haus oben auf dem Foto umfasst zwei Wohnungen, nicht eine.

Die Öffnungszeiten des Parks kannst du der Webseite entnehmen. Für Gruppen werden auch Führungen organisiert. Nach Einbruch der Dunkelheit ist der Park für jegliche Besucher geschlossen. Dann schlafen die Wisente. Und du solltest es ja auch 😉

Avesta Visentpark
Gammelängsvägen 7
SWE-774 35 Avesta

avesta@visitdalarna.se
avestavisentpark.se
+46 771 62 62 62

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5 Kommentare

  1. Lieber Andrea

    Sie haben wirklich eine wunderschöne Webseite „www.schwedenhapen.ch“ – es ist immer wieder eine Freude, sich darin zu verweilen :o)
    Auch schreiben Sie echt interessante Artikel, die von Herzblut nur so strotzen, geschmückt mit wunderschönen Fotoaufnahmen.

    Wenn ich Ihre Artikel so durchlese und in mich aufnehme, möchte ich am liebsten den Rucksack packen und sofort losziehen, um all die schönen Orte zu besuchen. Aber leider habe ich kein Auto und fahre auch nicht Auto – was es in den nordischen Ländern eben braucht – und so bleibt mir dieser Traum vom Norden verwehrt :o)

    Dankeschön für Ihre schönen Beiträge

    Margrit Herzog, Zug

    • Liebe Margrit

      Vielen Dank für deine nette Nachricht. Ich freue mich immer sehr, wenn ich Menschen mit meinen Texten eine kleine Freude machen kann. Nur weil du kein Auto hast, solltest du dich nicht von einer Reise nach Schweden abhalten. Speziell Südschweden hat ein sehr gut ausgebautes ÖV Netz und da kommst du fast überall hin. Toll ist z.B. auch eine Reise mit der Inlandsbanan. Vor Ort kannst du dann ein Velo mieten und radelnd die Gegend erkunden. Ich hoffe, es klappt mal mit deine Reise. Liebe Grüsse aus Chur. Andrea Ullius

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Autor des Artikels

Drogist HF, Autor und Blogger. Vom Norden begeistern, am Rest der Welt interessiert. Schreibt vorwiegend in und über Schweden, Skandinavien und die Schweiz. Nach 10 Jahren, Radio-, Fernseh- und Agenturerfahrung habe ich mich aufgemacht, alle Facetten des Reisebloggens und der Content-Produktion kennen zu lernen. Ich schreibe auf www.schwedenhapen.ch und www.ullala.ch.