Auf meiner letzten Schwedenreise hatte ich das Vergnügen den Gutsbetrieb von Ängavallen zu besuchen. Und ich nehme es vorweg: was die hier machen ist ökologisch vorbildlich und nachahmenswert. Für die Familie Nordström steht Nachhaltigkeit im Zentrum ihres Tuns. Wer hier Gast ist merkt dies und wird begeistert sein.

angwal - 53Ängavallen besteht aus vier Elementen: Landwirtschaft, Restaurant, Hotel und Hofladen. Die Zimmer im Hof Ängavallen verteilen sich auf 2 Gebäude: Möllegården und Örtagården. Viele der 20 Zimmer haben Sicht auf den umliegenden Garten. Nebst Doppelzimmern gibt es auch kleine Appartments mit vier Betten für Familien oder Gruppen. Alle Zimmer sind wunderbar gemütlich eingerichtet und bieten einen hohen Standart. Als kleines Willkommensgeschenk erwartet jeden Besucher eine Praline und ein kleines Fläschchen selbst gemachten Portwein. So geht das.

Ökologische Philosophie steht im Zentrum

Im Laufe der Jahrtausende haben Wetter und Wind ein Ganzes geschaffen bei dem Pflanzen und Tiere im Gleichgewicht sind. Dieses Gleichgewicht will die Familie Nordström nutzen und erhalten. Mathias Nordström, Sohn des Besitzers Rolf Axel Nordström, sagt auch klar: „Je weniger wir uns in die Natur einmischen, desto besser bleibt das Gleichgewicht erhalten. Alles, was wir tun, ist zu 100 Prozent ökologisch. Da wir mit einem geschlossenen System den ganzen Weg vom Samenkorn bis zum fertigen Menü in der der Hand haben, können wir auch die 100% Garantie geben.“

Was heisst das aber konkret? Auf Ängavallen werden nur Sorten und Arten genutzt, die in diesen Breitengraden auch aus eigener Kraft gedeihen. Dazu gehören unter anderem Urgetreide wie Emmer, Dinkel und Sommerroggen. Bei der Tierzucht trfft man ebenfalls alte Rassen, wie die Rödkullekuh, das Waldschaf oder die Linderödschweine an. Die Tiere leben ausschliesslich von dem, was die gesunden Böden hervorbringen.

Die Tiere sind ganzjährig im Freien und haben einen riesigen Auslauf. Kuh und Kalb bleiben so lange zusammen, wie sie Lust haben. Ihr solltet die Freude der Schweine sehen, wenn sie im Acker rumwühlen und nebenbei helfen, die Felder distelfrei zu halten. Was mich besonders fasziniert hat ist, dass die Tiere so neugierig sind, überhaupt nicht ängstlich. Da kommen die Schweine schuppern, die Kühe wollen sich an dir reiben, nur die Schafe schauen belämmert, wie immer.

Nur hochwertige Produkte werden zugekauft

Hühner dürfen auf diesem Hof keine gehalten werden. Man befürchtet Krankheiten könnten übertragen werden. Nimmt mich nur wunder wie. Gesünder als hier kann ein Tier ja gar nicht leben. Die Eier werden nun vom Hof nebenan bezogen. Dieser hat nur Hühner. Man weiss sich zu helfen. Und natürlich stammt auch der Fisch nicht vom eigenen Hof. Hierfür arbeiten man mit Fischern zusammen, die für schonenden Fischerei und top Qualität bekannt sind.

Grossartiges Essen auf Ängavallen

Selbstverständlich werden auch Gemüse, Beeren und Kräuter auf Ängavallen geerntet. Und diese Gaben der Natur werden dann für das grossartige Essen im Restaurant verwendet. Da in diesen Breitengraden alles etwas langsamer wächst, schmeckt es dafür besser. Oder anders gesagt: Für das beste Essen braucht man die besten Zutaten. Leuchte ein, oder? Und damit auch der ganze Biokreislauf erhalten bleibt, betreibt der Hof Ängavallen eine eigene Bäckerei, eine Käserei und eine Metzgerei.

Das Menü im Restaurant ist geschmacklich grossartig. Man spürt die hochwertigen Zutaten förmlich auf der Zunge. An einem Beispiel ist mir das speziell aufgefallen. Sicher kennt ihr Schwarze Johannisbeeren, also Cassis. Wenn man die frisch ab Staude isst, dann sind die ziemlich herb, nicht bitter, aber sicher nicht süss. Bekommt man denn Cassisorbet serviert, dann ist das süss, sicher nicht herb. In Ängavallen schmeckt das Cassisorbet genau wie die frische Beere, also herb. Probiert es einfach aus. Grossartig, diesen Geschmack zu entdecken.

Produkte im Hofladen kaufen

Wer dann Lust hat, einige der tollen Lebensmittel mit nach Hause zu nehmen, der kann sich im Hofladen mit Fleisch-, Käse und Brotspezialitäten eindecken. Marmeladen, Öle, Kaffee und weitere Köstlichkeiten aus biologischer Herkunft können hier ebenfalls gekauft werden. Da Ängavallen nicht auf Massenproduktion setzt, sind die Produkte sonst in keinen anderen Läden erhältlich.

All diese Begebenheiten auf Ängavallen haben mich schwer beeindruckt. Es ist nicht verwunderlich, dass der Senior-Chef Rolf Axel Nordström von der schwedischen Regierung zum „Botschafter für Delikatessen aus Skåne“ ernannt wurde. Auch der Gastroführer White Guide hat Ängavallen schon mehrfach ausgezeichnet. Vielen Dank für die tollen Lebensmittel.

Ängavallen ist übrigens das ganze Jahr über geöffnet, die genauen Öffnungszeiten sind auf der Webseite ersichtlich. Und einmal mehr ein Hinweis auf das Julboard. Das muss angeblich auch grandios sein hier. Probiert es doch einfach aus.

ÄNGAVALLENS GÅRD
Ängavallens väg 17-9
Norra Håslöv
SWE-235 91 Vellinge

angavallen@angavallen.se
www.angavallen.se

Text: Andrea Ullius
Fotos: Andrea Ullius / Ängavallen

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