Schenk man der Bibel glauben, so hat Noah vor der Sintflut von allen Tierarten ein Männlein und Weiblein auf die Arche gelockt. Der Plan war, nach dem Untergang der Erde die Welt neu zu bevölkern. Schaut man heute, wie es um gewisse Tierarten bestellt ist, dann hat die Sintflut längst begonnen. Nordens Ark will hier eingreifen und bedrohte Tierarten erhalten.

Wer von euch hat schon mal einen Uhu oder eine Eule in freier Natur gesehen? Bestimmt die Wenigsten. Eine Uhu-Familie lebt in meinem Wohnort Chur am Rhein unterhalb des Calandas. Aber wer schaut schon genau hin. Es war auch reiner Zufall, dass ich sie entdeckt habe.

Arten erhalten und wieder ansiedeln

Im Norden war früher die Artenvielfalt um einiges höher als heute. Es gab vor allem viel mehr Raubtiere. Schneeleoparden, Wölfe, Vielfrasse, ja sogar Tiger hat es gegeben. Die meisten findet man in der freien Natur kaum mehr. Nordens Ark (www.nordensark.se) hat sich zum Ziel gesetzt seltene nordische Tierrassen zu schützen, zu züchten und wenn möglich auch auszuwildern.

Nordens Ark
Auch landschaftlich ist Nordens Ark einen Besuch wert. (Foto Andrea Ullius)

Nordens Ark liegt bei Hunnebostrand (Gemeinde Sotanäs), etwa zwei Stunden nördlich von Göteborg. Das Gebiet der Institution umfasst ca. 120 Hektare, wovon aber nur 40 für die Besucher zugänglich sind. Über Wege und Holzstege kann man durch diesen grossen Park streifen und die Tiere beobachten. Die Tiere leben in weitläufigen Gehegen mit üppiger Vegetation. Dadurch kann es vorkommen, dass manche Tiere nicht zu entdecken sind. Das wird von der Parkleitung so gewünscht, um den Tieren genug Rückzugsmöglichkeiten zu geben. Einige der „Bewohner“ sind auch nachtaktive Spezies, so dass sie tagsüber im Verborgenen sind und schlafen.

Nordens Ark
Keine Ahnung, was das für ein Tier ist, aber es gräbt Löcher in die Erde, und es ist kein Maulwurf. (Foto Andrea Ullius)
Nordens Ark hilft Zusammenhänge in der Natur zu erkennen

Dass man die Tiere in Natura sehen kann ist nur ein Aspekt von Nordens Ark. Es geht vielmehr auch darum dem Besucher die Zusammenhänge in der Natur zu erklären und auf einfache Art und Weise auf die Abnahme der Artenvielfalt hinzuweisen. Speziell gut ist der Park auch für Kinder aufbereitet. Als ich da war, tummelten sich viele Schulklassen auf dem Gelände und hatten sichtlich Spass Neues zu entdecken.

Seit einiger Zeit ist Nordens Ark auch ein Bauernhof angegliedert. Hier werden seltene Haustierrassen aus dem Norden gehalten und gezüchtet. Dabei wird auf ökologische Bedingungen Wert gelegt. Auch der Bauernhof ist für Besucher zugänglich.

Nordens Ark
Storch in Sicht, Kinder in Auslieferung. (Foto Andrea Ullius)

Wer Nordens Ark besuchen will, sollte sich zwei bis drei Stunden Zeit dazu nehmen. Es reicht nicht, einfach den Wegen zu folgen. Ich habe teilweise mehrere Minuten an einem Ort gestanden, bis ich ein Tier gesehen habe. Die sind oft gut versteckt und „regungslos“. Es hat grossen Spass gemacht.

Nordens Ark
Åby säteri
456 93 Hunnebostrand
www.nordensark.se

Text: Andrea Ullius
Foto: Andrea Ullius