Einmal quer durch den Norden. Das blühte mir vom 25. Februar bis 11. März 2017. Ich habe das Projekt Expedition Lappland getauft, auch wenn auf dieser Reise zusätzlich die Lofoten und die Vesterålen auf dem Programm standen. In diesem Artikel könnt nachlesen, was ich auf der Reise alles erlebt habe. Viel Spass.

Ein Traum: Der Norden im Winter. (Foto: Andrea Ullius)

Reisetagebuch Expedition Lappland

25. Februar 2017

Flug Zürich – Rovaniemi (FIN)

Das Abenteuer hatte ja schon am Vortag bei der Gepäckaufgabe begonnen. Kontiki Reisen hatte mir netterweise ein Zusatzgepäckstück gebucht, so dass ich mir betreffend Gewicht (des Gepäcks, nicht meines) keine Sorgen machen musste. Nun dachte ich mir, wenn ich trotzem den ganzen Gerümpel in einen Koffer rein bringe, dann darf der sicher auch zwei, drei Kilogramm zu schwer sein. Dachte ich. Als ich dann am Bahnschalter meinen Koffer aufgeben wollte war das Teil 27 Kilogramm schwer. Trotz meiner Argumentation, dass ich ja total 43 Kilogramm einchecken könnte, musste ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause marschieren und umpacken.

Ich hatte also alles wieder ausgepackt und versuchte mein Equipment in zwei kleinere Koffer zu verstauen. Die waren dann aber gesamthaft zu klein, so dass ich wieder die Riesentasche und eine kleine Haglöfs Tasche befüllte. Das war dann flugtechnisch korrekt, aber ich hatte zwei Taschen zum Schleppen nebst dem Handgepäck. Ich war dann noch gespannt, ob das mit dem Handgepäck reibunglos funktionierte. Ich hatte meinen Fotorucksack und meine Laptoptasche dabei. Dieses Equipment ist mir heilig. Wenn das verloren geht oder nicht ankommt, bin ich „arbeitsunfähig“. Also Daumen drücken.

Expedition Lappland
Edelweiss fliegt für Kontiki nach Rovaniemi. (Foto: Andrea Ullius)

Um 13.30 Uhr hob mein Flug mit Edelweiss nach Rovaniemi ab und ich freute ich schon auf mein Mietauto. Reserviert war ein flotter VW Golf. Ich hoffte, dass er 4×4 Antrieb oder Spikes hat. Es hatte in Rovaniemi zwei Tage geschneit und ich stehe nicht so auf Rutschpartien.

Sogar die Leckereien sind mit Kontiki „gebrandet“. Danke für die feine Verpflegung. (Foto: Andrea Ullius)

Das dem Flug funktionierte perfekt. Die Flugzeit dauerte etwas mehr als drei Stunden und wir landeten im verschneiten Rovaniemi auf einer leicht schneebedeckten Piste. Nach einer kurzer Wartezeit am Gepäckband konnte ich mein Mietaut von Europcar in Empfang nehmen. Doch oh Schreck. Die präsentierten mir stolz einen neuen Toyota Auris Touring Hybrid. Einen mit automatischer Schaltung. Freunde, in den Bergen schaltet man selber, da ist so ein Automat eine Herausforderung. Das Mobil hatte noch weitere Tücken. Ich habe zuerst mal 5 Minuten das Schlüsselloch für den Schlüssel gesucht, bis ich bemerkt habe, dass man da nur auf den Knopf „Power“ drucken muss. Das habe ich natürich gemacht, nix passierte. Der Schlitten leuchtete nun zwar muter in diversen Farben, aber von Motor nix zu hören. Meine Nerven, sage ich euch. Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass der einfach keine Geräusche macht. Zuerst vorsichtig, dann etwas zügiger habe ich dann den Weg zu meinem Hotel „Santa’s Hotel Santa Claus“ unter die Räder genommen.

Rovaniemi ist eine hübsche und recht lebhafte Stadt. Ich war echt überrascht. (Foto: Andrea Ullius)

Santa’s Hotel Santa Claus

Die Mädels an der Reception waren echt cool drauf und haben mich freundlich und speditiv eingecheckt. Mit einem Schmunzeln hat mir die Dame erklärt, dass ich mich denn nicht wundern dürfe draussen. Es sei heute das grosse Studentenfest in Rovaniemi. Aus ganz Finnland würden Studenten anreisen und hier Party machen. In der Tat, draussen war eine Mischung aus Carneval und Oktoberfest. Viele fröhliche junge Leute und schon die ersten Alkoholleichen.

Das Nachtessen liess ich mir im Hotelrestaurnt servieren. Es gab einen Querschnitt durch die regionale Küche. Lachs, Rentier und Moltebeeren. Dazu ein Gläschen Wein und der Start zu meiner Expedtion Lappland konnte ich als höchst gelungen bezeichnen. Einzig das WLAN im Hotel war grottig. Ich musste diesen Text auf dem iPad tippen.

Variationen vom Lachs. (Foto: Andrea Ullius)

Die Nacht verbrachte ich also im Santa’s Hotel Santa Claus. Das machte Freude hier. Die Zimmer in diesem Hotel sind gross, modern eingerichet und der Service hatte mich überzeugt. Zudem steht das Hotel an bester Lage im Zentrum. Wer mit dem Auto anreist, findet rund um das Hotel viele öffentiche Parkplätze, die am Wochenende kostenlos sind. Speziell im Winter empfehle ich euch jedoch 19 Euro in einen Platz in der Tiefgarage zu investieren.

Das Hotel bei Nacht 😉 (Foto: Andrea Ullius)

Hotel Santa Claus
Korkalonkatu 29
FIN-96200 ROVANIEMI

+358 16 321 321
rovaniemi@santashotels.fi
Santa’s Hotel Santa Claus anschauen


26. Februar 2017

Arktikum

Nach einem kurzen Frühstück im Hotel habe mich auf den Weg ins Arktikum gemacht. In der Nacht ist es merkbar kühler geworden. Relativ schnell habe ich meine Zusatz-Daunenjacke montiert. Minus 12 Grad waren es am Morgen. Dafür war der Himmel stahlblau und die Sonne liess sich auch bereits blicken. Ende Februar ist es übrigens schon wieder recht hell am Vormittag. Es ist von ca. 8 Uhr bis 18 Uhr hell oder mindestens dämmerig.

Das Arktikum ist ein Wissenschaftszentrum und Museum und ist aus meiner Sicht Pflicht, wenn ihr in Rovaniemi seid. Die Ausstellung ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Die permanente Ausstellung „Wege des Nordens“ berichtet von Leben, der Geschichte und der Kultur im Raum Rovaniemi sowie Lappland. Von Kunsthandwerk, über Flora und Fauna bis zu den Sami wird viel Spannendes gezeigt.

Die Ausstellung „Wanderhafte Arktis“ des Wissenschaftszentrums befasst sich mit den Auswirkungen der Neuzeit auf die Arktische Natur und das Leben der Ureinwohner. Weiter Themen sind Nordlichter, finnische Sagen und weitere Themen rund um die Arktis. Ergänzt werden die Dauerausstellungen durch wechselnde Themen-Ausstellungen. Aktuell erfährt man Einiges über die Ernährung in der Region.

Aus Zeitgründen konnte ich die beiden weiteren Top-Museen Pilke (über die nordischen Wälder) und Korundi (Kutur- und Kunstmuseum) nicht besuchen. Ich empfehle euch aber diese bei euerem Besuch in die Planung miteinzubeziehen. Es gibt übrigens einen Museums Pass für 20 Euro mit dem ihr alle drei Museen besuchen könnt.

Rovaniemi (FIN) – Pello (FIN)

Auf der Weiterfahrt nach Pello wollte ich Santa Claus besuchen. Er treibt ja das ganze Jahr hindurch im Santa Park sein Unwesen. Dummerweise war da genau am Sonntag geschlossen. Doof. Da schon Mittag war, beschloss ich im Restaurant des Arctic TreeHouse Hotel etwas zu essen. Das war eine grossartige Idee. Ein fantastischer Brunch wurde aufgetischt und so war der verpasste Santa Park schnell vergessen.

Eine gute Alternative zu einer Übernachtung in der Stadt sind die „Baumhäuser“. (Foto: Andrea Ullius)

Nach dieser Stärkung besuchte ich noch schnell den Polarkreis in der Nähe von Rovaniemi. Das war aber weder lustig, noch spektakulär. Dieser Ort ist schon arg touristisch angehaucht und nebst den gefühlten 24’356 Asiaten, die herumirrten, bestach in erster Linie der Souvenier-Shop durch billigen Ramsch. Also, schnell weg.

Unterwegs habe ich dann einen ersten „Fotospot“ gefunden. Ein gefrorener See lockte mich aus dem Auto. Ich bin nicht ganz sicher, aber der See heisst glaubs „Raanujärvi“.

Valkea Arctic Lodge

Meine zweite Nacht verbrachte ich in Pello. Die Ortschaft befindet sich unmittelbar an der schwedischen Grenze. Ich näherte mich also langsam aber sicher „heimischem“ Territorium. Zuerst schaute ich mir jedoch die nigel nagel neue Valkea Arcitc Lodge an.

Pello: Valkea Arctic Lodge (FIN)


27. Februar 2017

Pello (FIN) – Luleå (SWE)

Nach einem gemütlichen Frühstück und einem ersten „Autoscheiben abkratzen“, machte ich mich auf dem Weg nach Luleå. Nur fünf Minuten von der Valkea Arctic Lodge entfernt, war bereits die Grenze und der Zoll, wobei das nur Dank grosser Beschriftung erkennbar war. Zöllner sind da schon lange keine mehr stationiert, machte es mindestens den Eindruck.

Hier ist die Strasse noch relativ schneefrei, dass änderte sich dann in den nächsten Tagen rapide. (Foto: Andrea Ullius)

Unterdessen hatte ich mich mit meinem Toyota angefreundet. Ich bin geneigt schon fast von einer Freundschaft zu sprechen. Wenn man mal weiss, welche Knöpfe wofür sind, dann macht Aitto (so habe ich ihn getauft) schon Vieles von selbst richtig. Einfach, dass ihr euch im klaren seid: in Schweden (und Finnland) werden die Strassen nur gepflügt. Salz kommt hier höchstens in das Essen. Somit sind alle Strassen, auch die Schnellstrassen, schneebedeckt, zum Teil sogar eisig. Das ist aber kein Problem, denn alle Autos hier haben Spikes. Da kannst du problemlos mit 90 Sachen über die Strecke brettern, der Wagen fährt, wie auf Schienen. Auch heftiges Bremsen macht keine Probleme. Rutschig, wird es erst dann, wenn zu viel Schnee liegt und die Spikes nicht greifen können. Es gibt noch ein weiteres Problem, dazu dann aber morgen mehr. Und dass ihr mich richtig versteht: ihr sollt nicht rasen.

Nach Sonnenschein in Pello kündigte sich in Luleå ein Wetterwechsel an. (Foto: Andrea Ullius)

In Luleå angekommen checkte ich kurz im Hotel Comfort Arctic Luleå ein und parkierte das Auto in der Garage. Das war an diesem Tag eindeutig ein Vorteil, wie sich zeigen sollte. Einerseits war es mit minus 15 Grad recht kalt und am Abend begann es dann zu schneien.

Biergo

Um 13:30 Uhr hatte ich mich im Delikatessengeschäft Biergo mit Catarina Gunillasson verabredet. Dank eines Kontakts zu einem „Food Agenten“ in Nyköping, war ich hier zu einer Information über lokale Lebensmittel eingeladen. Nach einer herzlichen Begrüssung stellte mir Catarina ihre Kollegin Agneta Ruuth vor. Sie ist Sami und hat mir ganz viele Dinge über die Sami und das Essen der Sami erzählt. Zur grossen Freude von mir hatte Catarina extra ein feines Mittagessen mit „Rentier Geschnetzeltem“, Kartoffelstampf und Preiselbeeren zubereitet. Zusätzlich konnte ich auch noch getrocknetes Rentierfleisch und Rentierwurst probieren. Super, hat das geschmeckt. Ich habe soviel über das Thema Sami erfahren, dass ich da bei Gelegenheit meine Eindrücke in einem separaten Artikel niederschreiben werde.

Catarina und Agneta haben mich herzlich empfangen und mir alles über ihr Unternehmen erzählt. (Foto: Andrea Ullius)

Das Unternehmen Biergo (Biergo = Fleisch auf Samisch) ist in der ganzen Region bekannt für seine Produkte und Dienstleistungen. In erster Linie wird Fleisch von Rentieren verkauft. Dieses kann man in sämtlichen Variationen von roh über getrocknet und geräuchert erstehen. Ebenfalls im Angebot ist Elch und lokaler Fisch. Aber auch die weiteren Kostbarkeiten, welche die Natur von Lappland hergibt, findet man hier. Käse aus Jokkmokk, Schokolade aus Kiruna, viele Produkte aus Beeren, Kräutern und Gewürzen. Alle Lebensmittel werden lokal hergestellt und vertrieben.

Rentier getrocknet und als Wurst. (Foto: Andrea Ullius)

Das war natürlich die beste Gelegenheit, um etwas über das Essen zu philosophieren. Ich erzählte ein wenig aus der Schweiz und wie wir hier mit Lebensmitteln umgehen. Bei uns ist es ja so, dass zwar alle nach möglichst grosser Transparenz bei der Deklaration auf den Etiketten schreien, aber trotzdem Import-Joghurt aus Italien kaufen. Die Bauern müssen die Milch an Emmi (Milchverarbeiter) zu einem Schundpreis verschachern, damit diese dann ihre Produkte billig ins Ausland verkaufen kann. Natürlich gibt es auch in der Schweiz schon viele lokale Produzenten, die auch Direktvertrieb betreiben. So lange jedoch Tiefkühlpizzas für fünf Franken gekauft werden, wird sich mental nicht viel ändern.

Lecker Rentier mit Kartoffelstampf. (Foto: Andrea Ullius)

Agneta ist der Meinung, dass dieses Problem auch in Schweden besteht. Finnland könne seine Bevölkerung aus eigenen Ressourcen ein ganzes Jahr lang ernähren, in Schweden sei nach zwei Monaten bereits Feierabend. Dies ist mit ein Grund, weshalb sich Biergo derart für Lokale Lebensmittel und zugleich für die Kultur der Sami einsetzt. Die Sami gelten nämlich als gesundes Volk, obwohl sie in erster Linie Fleisch und Fisch essen. Rentierfleisch ist sehr reich an Omega-3 Fettsäuren. Das Fett der Tiere „erneuert“ sich laufend, da jedes Jahr über dem Sommer eine Fettreserve angelegt wird, von der das Tier dann über den Winter zehrt. Das Schwein, als gegenteiliges Beispiel, wird einfach fett und bleibt es, speziell, wenn es keine Bewegung hat.

Biergo bietet ab zwei Personen Führungen mit Degustation an. Das ist die beste Gelegenheit um mehr über das Leben der Rentiere, die Tradition der Sami und den Geschmack des Nordens zu erfahren. Biergo findet ihr bei der grossen Kirche. Aktuell haben sie immer von Dienstag bis Freitag geöffnet.

Biergo
Nygatan 10
SWE-972 32 Luleå

+46 76 826 47 60
info@biergo.ch
www.biergo.se

Nach der ausführlichen Einführung in die Esskultur Lapplands, machte ich mich auf, die Stadt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Mein erster Eindruck war dann doch etwas durchzogen. Da das Wetter auf bewölkt gewechselt hatte, waren die Farbtöne Grau, Hellgrau, Mittelgrau, Dunkelweiss und Weiss auszumachen. Auch architektonisch hat es mich so auf die Schnelle nicht aus den Socken gehauen. Ich bin aber sicher, dass bei besseren Wetterbedingungen und wenn dann der See nicht mehr gefroren ist, das Ganze schon eine bessere Falle macht. Und man braucht sicher auch etwas mehr Zeit, um sich Luleå genauer anzuschauen. Im Sommer werde ich zurück kommen und mir ein genaueres Bild von der Stadt zu machen.

Entwarnung kann ich schon mal für die Shopping-Maniacs geben. Nur schon die Haupteinkaufsstrasse, die Storgatan, hat alles zu bieten, was man sich an Boutiquen, Schuhläden, Outdoor-Geschäfte usw. wünschen kann. Einfach mal unten an der Storgatan beginnen auf der linken Seite rauf und dann rechts wieder runter.

Börje Olsson

Wenn ihr dann ungefähr in der Mitte der Storgatan beim Kaufhaus Smedjan seid, dann macht bei Börje Olsson Fika. Hier gibt es guten Kaffee und ganz viele leckere Süssigkeiten. Ich hatte mir zur Feier des Tages eine Semla gegönnt. Ich war da zwar einen Tag zu früh, Fetisdagens war erst am Dienstag, aber egal. Wichtig zu wissen bei Börje Olsson: die akzeptieren keine ausländische Kredit- und Debitkarten.

Tolles Interieur bei Börje Olsson. (Foto: Börje Olsson)

Börje Olsson
Storgatan 36
SWE-972 31 Luleå

+46 920 155 56
www.borjeolssons.se

Restaurang CG

Für das Abendessen hatte ich mich wieder einmal durch den Whiteguide inspirieren lassen. Meine Wahl fiel auf das Restaurang CG an der Storgatan. Das CG ist eine Mischung aus Steakhouse und traditionellem Restaurant. Nebst Fleischgerichten vom Holzkohlegrill gibt es auch Fisch und Meerestiere. Die Atmosphäre ist gediegen aber nicht steif. Die grosse Bar lädt zum Apéro ein. Das eher dunkle Interieur wird durch viel Kerzenlicht aufgehellt.

Sieht schon von aussen gemütlich aus. (Foto: Restaurang CG)

Ich hatte mich bei der Vorspeise für gratinierte rote Königskrabbe und Schneekrabbe mit Butter, Knoblauch, Zitrone, Dill, Schnittlauch und Parmesan entschieden. Serviert wurde das Gericht mit gerösteten Brioche und einem Fenchelsalat.

Die Krabben. (Foto: Andrea Ullius)

Zum Hauptgang bestellte ich ein Entrecôte mit etwas Rahmspinat. Sauce braucht man da nicht, auch wenn Sie mir noch etwas Café de Paris aufschwatzten. Das Fleisch war perfekt medium gegart, hatte sehr schöne Röstaromen vom Grill. Ich konnte mich nicht beklagen.

Ein Top Entrecôte. (Foto: Andrea Ullius)

Meiner guten Laune etwas Abbruch tat dann eine Horde Italiener, welche das Lokal in Beschlag nahmen. Ich habe gezählt, es waren 76 Tifosi. Ich mag ja die Italiener sehr, ihre Fröhlichkeit und natürlich ihre Küche, aber die Gemütlichkeit war nun dahin, die Dezibelzahl nahe der unerträglichen Grenze. Aber ich will nicht klagen. Es war irgendwie auch amüsant.

Die Weinkarte war eine echte Freude. Nicht selbstverständlich in Schweden. (Foto: Restaurang CG)

Restaurang CG
Storgatan 3
SWE-972 38 Luleå

+46 920 200 700
www.restaurangcg.com

Comfort Arctic Luleå

Mit dem Comfort Arctic Luleå hatte Kontiki Reisen mir einmal mehr ein ideales Hotel gebucht. Diese Unterkunft ist 18 Gehminuten vom Strand entfernt. Das ist in dieser Jahreszeit zwar unwichtig, aber für den Sommer gut zu wissen. Das Hotel bietet kostenloses WLAN an, hat eine Sauna auf der 6. Etage mit Blick aufs Wasser. Die Zimmer haben Holzböden und eine helle, farbenfrohe Einrichtung. Jedes Zimmer verfügt über Kabel-TV, einen Schreibtisch und ein eigenes Bad. Für mich war das ideal.

Die Zimmer sind gemütlich und praktisch. (Foto: Comfort Arctic Luleå)

In der Lobby gibt es kostenlosen Kaffee und Tee und neu ist sogar as Abendessen im Preis inbegriffen. Ich habe mir auch für 15 Euro einen Platz in der Tiefgarage geleistet. Die ist zwar sau eng (mit einen VW Bus kommt man da nicht rein), aber bei diesen Minustemperaturen und dem beginnenden Schneefall eine super Investition.

Gut gelegen, das Comfort Arctic Luleå (Foto: Comfort Arctic Luleå)

Comfort Arctic Luleå
Sandviksgatan 82
SWE-79234 Luleå

Comfort Arctic Luleå anschauen


28. Februar 2017

Luleå (SWE) – Jokkmokk (SWE)

Wie schon angetönt, hatte es gestern Abend mit Schneien begonnen. Der Neuschnee verwandelten die Landschaft in eine lückenlose Schneedecke. Für mich stand die Fahrt nach Jokkmokk auf dem Programm, das waren etwas mehr als zwei Stunden Fahrt. Die Strassen waren schneebedeckt, aber sehr gut gepflügt und da in dieser Region sowieso kein dichter Verkehr herrscht, war ich teilweise alleine auf weiter Flur. Je näher ich Jokkmokk kam, desto mehr Warnschilder „Vorsicht Rentiere“ standen am Strassenrand. Ich hatte mich im Vorfeld der Reise informiert. Es ist also durchaus möglich, dass Gruppen von Rentieren munter der Strasse entlang laufen oder diese überqueren. Ok, man hat mich ja auch immer vor Elchen auf der Strasse gewarnt und ich habe noch nie einen gesehen. Trotzdem drosselte ich das Tempo etwas und prompt entdeckte ich Rentiere auf der Strasse.

Vorsicht Rentiere am Strassenrand. (Foto: Andrea Ullius)

Essence of Lappland

Um 10 Uhr hatte ich mich mit Eva Gunnare von Essense of Lapland verabredet. Sie lud mich zu ihr nach Hause auf eine Kaffee und einen Schwatz ein. Sie war gerade am Schneeschippen, als ich bei ihr eintraf. Sie hat mir erklärt, dass das „Quartier“ in dem sie wohnt extra für die Sami erstellt wurde, da diese lange Zeit gar keine eigenen Häuser besitzenb durften. Im gemütlichen Wohnzimmer mit offener Küche setzten wir uns an den Tisch und Eve machte zuerst einen Kaffee. Zum Kaffee hat sie einen speziellen Käse in Würfel geschnitten. Das war sogenannter Kaffeost (Kaffee Käse). Den gibt man in den Kaffee und wartet einen Moment, bevor man ihn mit dem Löffel rausfischt und isst. Das quietscht so herrlich.

Kaffee mit Kaffeost. Gar nicht so übel. (Foto: Andrea Ullius)

Eva erzählte mir von ihrem Leben und wie sie auf die Idee gekommen ist, sich der Esskultur der Sami zu verschreiben. Ich werden über Jokkmokk bei meiner Rückkehr eine längeren Artikel über den Ort und ihre Bewohner schreiben, dann erfahrt ihr auch mehr über Eva. Soviel vorweg, sie hat vor sieben Jahren ihren Hoteljob an den Nagel gehängt und die Sami Culture Food School absolviert. Sie sammelt selber Kräuter, produziert spezielle Nahrungsmittel mit tollen Aromen und macht Führungen und Degustationen zusammen mit anderen Partnern. Wer schon mal etwas über Essense of Lapland erfahren will findet hier mehr Informationen.

Ich durfte meinen eigenen Birkentrunk fabrizieren. (Foto: Eva Gunnare)

Essence of Lapland
Sirkasgatan 4
SWE-962 31 Jokkmokk

+46 72 234 89 88
eva@eolapland.se
www.eolapland.se

Ájtte

Nach den ersten Informationen über Jokkmokk und die Sami, stand ein Besuch des spektakulären Museums Ájtte auf dem Programm. Eva begleite mich und zeigte mir die Ausstellung. Ájtte ist das schwedische Fjäll- und Samimuseum. Man findet hier umfassende Informationen über das Leben der Sami, die Geschichte Lapplands und die Sitten und Gebräuche der Menschen hier. Die Ausstellung ist höchst abwechslungsreich und informativ aufgebaut und man muss sich unbedingt genug Zeit einrechnen. Ein wichtiger Teil des Museums ist dem Unesco Weltkulturerbe Laponia gewidmet. Nach dem Besuch des Museums ist ein Besuch des angegliederten Restaurants sehr zu empfehlen. Am Mittag trifft man hier viele Einheimische beim Essen und es gibt immer etwas zu besprechen.

Eva und ich im Museum Ájtte. Die Fotos sind von einen sehr bekannten Fotografen.

Ájtte
Kyrkogatan 3
SWE-962 23 Jokkmokk

+46 971 170 70
info@ajtte.com
www.ajtte.com

Beim Mittagessen haben wir Victoria Harnesk getroffen. Sie ist die Autorin des preisgekrönten Buches „Taste of Sápmi – Sámi cuisine“. In ihrem Werk beschreibt sie die schwedischen Sami, ihre Küche und liefert auch viele spannende Rezepte. Das Buch befasst sich auch mit der Weiterentwicklung der samischen Küche und ist ganz klar kein reines Kochbuch, sonder ein Koch- und Kulturbuch. Das Buch von Victoria, welches auch das „Slow Food“ Label trägt wurde mit dem „Gourmand World Cookbooks Award“ in der Kategorie „Best Local Cuisine 2015“ ausgezeichnet.

Taste of Sápmi. Ein grossartiges Koch- und Kulturbuch. (Foto: Andrea Ullius)

ISBN: 978-91-981636-2-9 (Englisch)

Nach dem Mittagessen hatte mich Eva auf einen friedlichen Stadtbummel mitgenommen. Jokkomokk ist nicht riesig, hat aber ein paar interessante Shops zu bieten. Bei Stoor Stålka gibt es schöne einheimische Kleidung, Halstücher, Stoffe und Wolle zu kaufen. Ich habe mich hier gleich mal mit einigen Mitbringseln eingedeckt.

Typisch für Sami. Halstücher in diversen Ausführungen. (Foto: Andrea Ullius)

Sámi Doudji ist das sämische Wort für Handwerk und umfasst die ganze Pallette von handgemachten samischen Produkten. Die Stiftung, welche dieses Label vergibt, betreibt auch einen Infopoint mit Museum im Zentrum von Jokkmokk. Hier kann man sich bestens über das Thema Handwerk und seine Tradition erkunden.

Nach so viel Bummel und Informationen stand Fika auf dem Programm. Zufälligerweise war heute ja Fetisdagens und der Verzehr einer Semla war Pflicht. Linn Huuva betreibt das Café  Deli Viddernas und hatte eigentlich Ruhetag. Extra für mich hat sie jedoch Kaffee aufgesetzt und Semla serviert. Sehr lecker war das. Wenn ihr das hingehen wollt bei euerem Jokkmokk-Besuch, müsst ihr vorher abklären, ob geöffnet ist. In der Zwischensaison (und hier ist alles Zwischensaison ausser Februar und Juli) haben sie hier viele Ruhetage.

Linn in ihrer Küche 😉 (Foto: Andrea Ullius)

Silba Siida

In Jokkmokk hatte ich ein wirklich gedrängtes Programm. Um 15 Uhr war am Polarkreis die Verabredung mit Anna Kuhmunen geplant. Sie ist Sami und betreibt mit ihrem Mann zusammen Rentierzucht. Im Winter, wenn die Rentiere nicht in den Bergen sind, macht sie Führungen bei ihren Tieren und erzählt über das Leben der Sami. So sind wir dann in den Wald gefahren zu ihrem „Zelt“ und einem Teil der Herde. Da zur Zeit viel Schnee liegt, werden die Rentiere gefüttert. Das liess ich mir natürlich nicht entgehen und schnappte mir einen Sack Moos und Flechten. Es dauerte drei Sekunden und ich war von einer Horde Rentieren umzingelt. Eines der Tiere war so frech und wollte mir grad den ganzen Sack stibitzen. Ich hab ihn jedoch erwischt 😉

Silba Siida
Anna Kuhmunen

+46 70 665 61 67
silbasiida@gmail.com
www.silba.se

Sápmi ren och vilt

Sápmi ren och vilt ist ein Wildfleischgeschäft mit Rentier- und Wildfleischprodukten. Man kann hier aber auch diverse Lachsspezialitäten und Produkte aus Beeren kaufen. Gegen Abend habe ich da Eva wieder getroffen. Sie stellte mir Helena Länta (Inhaberin) und Petra Holmbom (Jokkmokk Touristofice) vor. Nun folgte die nächste Überraschung. Eva erzählte mit viel Begeisterung über die 8 Jahrenszeiten in Lapand und Helena tischte zu jeder Jahreszeit eine entsprechende Spezialität des Hauses auf. Eine grossartige Degustation aller Aromen des Nordens. Solche Degustationen, sowie Besuche von Rentierweiden, kann man bei Sápmi ren och vilt buchen. Mehr darüber in einem späteren Artikel.

Bereit für die Degustation bei Sápmi ren och vilt. (Foto: Andrea Ullius)

Sápmi ren och vilt
Hantverkargatan 71
SWE-962 33 Jokkmokk

+46 70 273 75 78
info@sapmirenovilt.se
www.sapmirenovilt.se

Wer nun glaubt, das wäre das Ende der Fahnenstange gewesen, irrt sich. Wir fuhren nämlich zu Viert ins Hotel Akerlund. Hier gab es noch ein Nachtessen. Ein toller Fisch wurde uns serviert und bei einem Gläschen Wein liessen wir den tollen Tag ausklingen. Das Hotel  besteht schon seit 1928 und ist eine Art kulturelles Zentrum in Jokkmokk. Das Haus wurde laufend erneuert und bietet individuell eingerichtete Zimmer mit einem Flachbild-TV sowie kostenlosem WLAN. Alle Zimmer im Hotel Akerlund bieten einen Sitzbereich sowie ein eigenes Bad mit einer Dusche und kostenlosen Pflegeprodukten.

Jokkmokk Hotel

Ich habe aber nicht im Hotel Akerlund, sondern im Jokkmokk Hotel geschlafen. Das in einer grünen Umgebung direkt am See Talvatis in Lappland gelegene Hotel befindet sich nur 8 Gehminuten vom Bahnhof von Jokkmokk entfernt. Es bietet regionale Küche, kostenloses WLAN, einen Fitnessraum und eine Sauna. Da der See bei meinem Besuch natürlich gefroren war, sah ich in erster Linie Weiss. Da es nun seit 24 Stunden schneite, war dieses Weiss noch weisser als sonst. Auch mein weisser Toyota, war nun vor der Umgebung ohne Kontrast, nur noch mit Kontur ;-). Aber das Schneeschippen verschob ich auf den nächsten Tag.

Ideal für einen Aufenthalt in Jokkmokk. (Foto: Jokkmokk Hotel)

Jokkmokk Hotel
Solgatan 45
SWE-96231 Jokkmokk

Jokkmokk Hotel anschauen


1. März 2017

Jokkmokk (SWE) – Kiruna (SWE)

Ja, es schneite immer noch. Schöner, luftiger Schnee fiel vom Himmel. Nach einem kurzen Frühstück und einer Betätigung im Schneeschaufeln, mein Auto musste vom Weiss befreit werden, fuhr ich los Richtung Kiruna. Die Fahrt im Schneegestöber war ziemlich abenteuerlich. Wenn die grossen Lastwagen in Gegenrichtung vorbei donnern ist das zum Fürchten. Da sieht man dann für 5 Sekunden wegen des aufgewirbelten Schnees nichts mehr. Und dann waren da ja noch die Rentiere auf der Strasse. Passt also auf, wenn ihr da auf der Strasse unterwegs seid.

Ich bin trotzdem wohlbehalten und überpünktlich in Kiruna angekommen. Kontiki hatte für mich im Camp Ripan gebucht, eine wahrlich sehr gute Idee. Nach dem Check in führte mich  Sara Ericsson durch das Camp und zeigte mir die drei Varianten der Stugas, die für Gäste zur Verfügung stehen. Ich stelle euch dann das Camp zu einem späteren Zeitpunkt näher vor.

Auch eine nette Sitzecke gehört zur Ausstattung im Camp Ripan. (Foto: Andrea Ullius)

Das Camp Ripan hat nebst den tollen Stugas zwei weitere Vorteile: Das Aurora Spa mit vielen Möglichkeiten, sich zu entspannen und das grossartige, preisgekrönte Restaurant. Nach einem ereignisreichen Tag, hat man hier also genug Möglichkeiten es sich gut gehen zu lassen. Übrigens ist Kiruna viel interessanter, als ich es mir gedacht habe und als es mir immer prophezeit wurde. Ein Spaziergang durch das Zentrum loht sich alleweil.

 

Das war mein Zimmer im Camp Ripan. (Foto: Andrea Ullius)

Camp Ripan
Campingvägen 5
SWE-98135 Kiruna

Camp Ripan anschauen


2. März 2017

Kiruna (SWE)

In Kiruna hatte ich die Möglichkeit auf Islandpferden auszureiten und auf Elchbeobachtung zu gehen. Organisiert wurde dieser Ausritt durch Mats Berg und Kerstin Nilsson von Ofelas. Im Schatten des Kebnekaise (Höchster Berg in Schweden) haben sie ihre Ranch mit den Islandpferden. Von hier aus geht es dann in die Wälder auf der Suche nach Elchen, Füchsen und Rehen.

Ich bin seit meiner Kinderzeit nicht mehr auf einem Pferd gesessen und so war ich gespannt, wie sich das anfühlt. In der Koppel holten wir die Pferde, ich bekam eine „weisse Ausführung“, die auf den Namen „Hvellur“ getauft war. Das war ein ganz Lieber dieser Hvellur sage ich euch. Er gehorchte mir auf’s Wort.

Hvellur, mein Freund für ein paar Stunden. (Foto: Andrea Ullius)

Bevor der Ausritt gestartet werden konnte, mussten die Pferde gestriegelt und gesattelt werden. Es waren also zuerst Knechtarbeiten zu verrichten. Zum Glück wurden wir in Thermoanzüge gesteckt, so dass die eigene Kleidung sauber blieb.

Dann war es endlich soweit. Wir konnten die Pferde besteigen. Durch die warme Kleidung und den Wärmeanzug war die Bewegungsfreiheit ziemlich eingeschränkt. Wir durften mit Hilfe einer kleinen Leiter auf das Pferd. Die beiden hauseigenen Ziegenböcke haben sich dabei kaputt gelacht.

Speziell für Anfänger. Treppe für Reiter. Beobachtet durch die Ziegenböcke. (Foto: Andrea Ullius)

Und so sind wir dann durch den verschneiten Wald geritten, habe Tierspuren gesucht und immer wieder in das Gelände gelauscht. Und plötzlich haben wir sie gesehen. Die Elche. Zwischen den Birken und dem Schnee waren sie zum Teil nur schlecht sichtbar. Noch schwieriger war, sie zu fotografieren. Doch mit Geduld und List, habe ich dann doch noch zwei dieser unglaublichen Tiere einigermassen nahe vor die Linse bekommen.

Gut getarnt im Wald. Aber ich hab sie (eine Elchkuh) erwischt. (Foto: Andrea Ullius)

Nach diesem Erfolgserlebnis sind wir dann im gestreckten Galopp, na ja jetzt übertreibe ich, wieder zurück zur Ranch geritten. Dort wurden wir mit einem leckeren Mittagessen und vielen Geschichten über die Region verwöhnt.

Gemütlich, gastfreundlich und unterhaltsam. Ein Essen nach dem erfolgreichen Ausritt. (Foto: Andrea Ullius)

OFELAS – Islandpferde und Guideservice
Puoltsa 1057
SWE-981 99 KIRUNA

+46 70 3976977
info@ofelas.se
www.ofelas.se


3. März 2017

Kiruna (SWE) – Abisko (SWE)

Heute hatte ich ein Tief. Ich dachte beim Aufwachen, mein Kopf zerspringt. Der Alkohol kann es nicht gewesen sein. Aber egal. Ich entschloss mich, die Besichtigung des Ice Hotels zu stornieren und noch ein Nickerchen zu machen.

Nach drei Stunden zusätzlichem Schlaf war ich wieder auf dem Damm und konnte mich auf den Weg nach Abisko machen. Abisko ist das Mekka der Outdoor-Fans, der Nordlichsuchenden und hat unglaublich viel zu bieten, wenn man gerne in freier Natur ist. Der Ort besteht eigentlich aus diversen Camps und Unterkünften, sowie Tourismusangeboten.

Ich war in der Abisko Montain Lodge einquartiert. Bereits beim Einchecken merkte ich: hier sind die Abenteurer und Outdoor-Fans zu hause. Und das heisst nicht, dass nur junge Leute in der Lounge rumlümmelten. Nein, da waren Menschen aller Alterskategorien versammelt.

Aussicht über das Tal von Abisko. (Foto: Andrea Ullius)

Abisko Mountain Lodge
Lapportsvägen 35
SWE-98107 Abisko

Abisko Mountain Lodge anschauen

Die Nordlicht Jagd

Wer in Nordskandinavien unterwegs ist, der will Nordlichter sehen. Aurora borealis heisst dieses Naturphänomen. Selbstverständlich stand auch für mich die Suche nach den Nordlichtern auf dem Programm. Abisko ist dafür der beste Spot und somit habe ich mir die Dienste von Lights over Lapland gesichert.

Abisko: Das Spektakel der Polarlichter


4. März 2017

Abisko (SWE) – Harstad (NOR)

Noch ganz aufgekratzt von abendlichen Nordlicht-Spektakel, musste ich die Abisko Mountain Lodge schon wieder verlassen. Das nächste Ziel hiess Hardstad und somit Norwegen. In flottem Tempo tuckerte ich Richtung Grenze über den Traumhaften Pass vorbei am Resort Riksgränsen und schwups über die Grenze.

Nach etwa einer Stunde fahrt öffnete sich das Tal langsam und ein erster Fjord, der Ofotfjorden breitet sich vor dem Besucher aus. In Bjerkvik musste ich meinen Tank mit Bleifreiem auffüllen und bei dieser Gelegenheit gönnte ich mir einen Cheesburger mit Pommes und einer Cola. Typisch norwegisch ;-). Auch der Preis. Heieiei, das „Festmahl“ kostet  schlappe 28 Franken (in Euro ca. 25.00). Da soll noch jemand sagen, die Schweiz sei teuer. Aber egal, man ist ja im Urlaub.

Nach diesem Zwischenstop steuerte ich zügig meinen nächsten Aufenthaltsort Harstad an. Harstad ist ein moderner Ort mit guter Infrastruktur und die Hauptstadt der Inselgruppe Vesterålen. Harstadt hat einige super coolen Läden, gute Restaurants und schmucke Kaffees. Im Bakerinnen habe ich mir einen Cappuccino und eine Hefegebäck bestellt. Sehr lecker dieses süsse Zeugs.

Thon Hotel Harstad

Genächtigt habe ich im Thon Hotel Harstad. Diese Unterkunft ist 5 Gehminuten vom Strand entfernt und direkt am Wasser gelegen. Selbstverständlich gibt es hier kostenloses WLAN, eine Minibar, Teekocher. Die Holzböden wirken sehr edel und auch die Platzverhältnisse fand ich sehr gut.

Das dem Hotel angegliederte Restaurant Egon ist eine Art Steakhouse, jedoch aufgemotzt mit Texmex- und Pizzafutter. Das Essen ist nicht schlecht, aber hat mich jetzt auch nicht gerade von Hocker gehauen. So für auf die Schnelle jedoch sehr passabel. Wer gepflegt essen will, der kann im Umami 100 Meter neben dem Hotel einen Tisch reservieren. Etwa 5 Minutnen zu Fuss ist das De 4 roser entfernt und ebenfalls hervorragend.

Top ist im Thon Hotel Harstad das Frühstücksbuffet. Hier wird der Gast mit frischen Produkten und einer sehr grossen Auswahl in den Tag geschickt. Ich habe mir hier den Bauch vollgeschlagen.

In Harstad eine sehr gute Wahl: Thon Hotel Harstad. (Foto: Thon Hotel Harstad)

Thon Hotel Harstad
Sjøgata 11
NOR-9400 Harstad

+47 77 00 08 00
Thon Hotel Harstad anschauen


5. März 2017

Harstad (NOR) – Andenes (NOR)

Nach dem leckeren Frühstück im Thon Hotel Harstad stand der zweite reine Reisetag auf dem Programm. Von Harstad nach Andenes dauert die Fahrt ca. 3.5 Stunden. Nimmt man die Fähre von Flesnes nach Refsnes, so kann man zwar gut zwanzig Minuten einsparen, da die Fähren ja nicht genau dann fährt, wenn du da bist, kann die Reisezeit dann auch länger sein.

Die Fahrt nach nach Andenes hat saumässig viele Nerven gekostet. Nicht wegen der Fahrereri, nein, wegen der unglaublichen Landschaft. Fjord reiht sich an Fjord und man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Auf jedem Kilometer gibt es perfekte Fotomotive. Sagen wir es so, es würde unglaublich viele Fotomotive geben, wäre da nicht der viele Schnee, die wenigen Halteplätze und Meterhohe Schneehaufen am Strassenrand. Damit man gute Fotos im Fjord machen kann, muss man runter ans Wasser oder Rauf auf den Berg. Beides war so nicht möglich auf die Schnelle. Am Ende habe ich dann auf vermeintlichen Parkplätzen Halt gemacht und die Gegend erkundet. Kaum parkiert, kam schon die erste Einheimische daher und hat mich angeschnauzt, dass hier kein Parkplatz sei. Nachdem mir das zweimal passiert ist, wurde es mir zu blöd. Immerhin, zwei drei Bilder konnte ich machen. Hier ist mal eins davon.

Auf dem Weg von Harstad nach Andenes. (Foto: Andrea Ullius)

Marena Hotell

In Andenes angekommen, habe ich im Marena Hotell eingecheckt. Das Hotel liegt an bester Lage unweit des Hafens und des Leuchtturms. Es hat einige Geschäfte in Andenes, z.B. ein tolles Sportgeschäft oder eine Apotheke für Notfälle. Das Hotel ist modern eingerichtet, jedes Zimmer hat ein eigenes Thema mit entsprechenden Fotoprints. In der Lobby kann man sich mit Kaffee oder Tee eindecken. Das Frühstück ist gut, jedoch nicht derart üppig, wie im letzten Hotel in Harstad. Nachtessen kann man im Marena Hotell nicht, die Mitarbeiterinnen geben jedoch gerne Tipps, wo man gut essen kann.

Hübsch und zweckmässig mein Zimmer im Marena Hotell in Andenes. (Foto: Marena Hotell)

Marena Hotell
NOR-8480 Andenes

Marena Hotell anschauen

Nach dem Einchecken und einem kleinen Nickerchen bin ich zum Leuchtturm spaziert und habe die Gegend angeschaut. Herrlich die Berge in der Ferne, verzuckert mit Schnee. Kaum war ich beim Leuchtturm, hat mich ein SMS von Sea Safari Andenes erreicht. Sie haben für morgen eine Whalewatching Tour um 13 Uhr vorgesehen und mich dazu eingeladen. Das habe ich natürlich sofort bestätigt. Noch war ich aber beim Leuchtturm.

Das Wahrzeichen von Andenes: Der Leuchtturm. (Foto: Andrea Ullius)

Kaum zu glauben. Kaum war ich wieder im Hotel und wolle mich etwas hinlegen, hat der Aurora Alarm vibriert. Es wurden Nordlicht-Aktivitäten festgestellt. Hurtig habe ich mein Equipment zusammengepackt und bin wieder zurück zum Leuchtrum. Und tatsächlich, die Nordlichter flackerten und leuchteten in schönstem grün. Die Stimmung war komplett anders als in Abisko, aber auch sensationell.

Und wieder ein Naturschauspiel der Extraklasse. (Foto: Andrea Ullius)

6. März 2017

Andenes (NOR) – Svolvær (NOR)

Sea Safari Andenes

Diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen. Meine Walbeobachtung stand auf dem Programm. Ich fasse mich hier kurz. Mit den Schnellbooten von Sea Safari Andenes sind wir raus aufs Meer und haben schon bald die erste Wale gesehen. Nachfolgend zwei Fotos. Mehr Infos zu den Walen und Andenes gibt es dann in einem separaten Artikel.

Grossartig diese Potwale. Wir haben ca. 20 bis 30 Stück gesehen. (Foto: Andrea Ullius)
Grossartig diese Potwale. Wir haben ca. 20 bis 30 Stück gesehen. (Foto: Andrea Ullius)

Nach diesem tollen Erlebnis, hatte ich noch eine über dreistündige Fahrt von Andenes nach Svolvær zu absolvieren. Zuerst wieder den ganzen Weg zurück, diesmal jedoch nicht der Westküste entlang, und dann zügig auf die Lofoten einbiegen. Ich fühlte mich fast, wie auf einer Passtrasse in den Schweizer Alpen. Viele Kurven, Tunnels und teilweise übervorsichtige Sonntagsfahrer ;-). Beim Eintreffen in Svolvær hatte mich dafür ein herrlicher Sonnenuntergang empfangen. Die Berge leuchteten orange und gülden, eine Pracht.

Thon Hotel Lofoten

In der malerischen Hafenstadt Svolvær erwarte mich mit dem Thon Hotel Lofoten ein  umweltfreundliches, elegantes Hotel im gehobenen vier Sterne Bereich. Die hübschen, modernen Zimmer bieten alle einen Flachbild-TV, eine Minibar und eine Klimaanlage. Mein Zimmer hatte auch eine ganz passable Aussicht. Im hoteleigenen Restaurant Bojer mit Blick auf den Hafen gibt es ein grandioses Frühstücksbuffet und auch am Abend wird der Hungrige mit Spitzengastronomie verwöhnt.

Das Kulturzentrum der Lofoten befindet zudem gleich nebenan und wer shoppen möchte oder für einen Stadtrundgang aufgelegt ist, der muss nur aus dem Hotel gehe und ist schon Mitten im Zentrum. Perfekt ist das Thon Hotel Lofoten auch für Reisende der Hurtigruten, die in Sovlvær ein- oder aussteigen. Der Anlegenplatz ist unmittelbar neben dem Hotel.

Das Thon Hotel Lofoten ist ein modernes Hotel, das mich vollends überzeugt hat. (Foto: Thon Hotel Lofoten)

Thon Hotel Lofoten
Torget
NOR-8300 Svolvær

Thon Hotel Lofoten anschauen


7. März 2017

Svolvær (NOR)

Skrei fischen mit XXLofoten

Endlich wieder mal ein Tag ohne Reisen, dafür mit Fischen. XXLofoten hatte mich zum Fischen im Fjord eingeladen. Da ich noch nie Fischen war, war ich entsprechend voller Vorfreude. Einmal mehr wurde ich vor der Abfahrt in einen unbequemen Overall gesteckt, damit Wind, Wetter und Skrei mir nicht’s anhaben konnten.

Mit der Symra sind wir auf hohe See gefahren. (Foto: Andrea Ullius)

Dank moderner Navigationstechnik konnten wir die Fischschwärme orten und auch festlegen, in welcher Tiefe die Fische sich tummeln. Sobald wir die richtige Position gefunden hatten, konnten wir die Angelhaken ins Wasser lassen und mit der Fischerei beginnen. Die ersten vier Versuche brachten bei mir keinen Erfolg. Doch dann, schwupp, der erste Fang meines Lebens.

Das war noch kein Skrei, aber dafür ein schöner Lumb. (Foto: XXLofoten)

Nun hatte mich das „Jagdfieber“ gepackt und ich wollte mein Glück nochmals versuchen. Also Angelhaken wieder rein und Geduld haben. Ha, keine zwei Minuten dauerte es und ich spürte wieder Wiederstand. Angelschur aufrollen und siehe da: Ein prächtiger Skrei (Winterkabeljau) hatte ich am Haken.

Über siebe Kilogramm brachte mein Skrei auf die Waage. Ein toller Fisch. (Foto: XXLofoten)
Drei Polen mit an Bord, voll motiviert 😉 (Foto: Andrea Ullius)

XXLofoten
John E. Paulsens gate 9
NOR-8300 Svolvær

+47 916 55 500
www.xxlofoten.no


8. März 2017

Svolvær (NOR) – Hurtigruten (NOR)

Für einmal hatte ich einen Tag Zeit, mir den Ort Svolvær genauer anzuschauen. Svolvær ist das Verwaltungszentrum der Kommune Vagan und die grösste Stadt auf den Lofoten in der Provinz Norland. Die Einwohner leben vorwiegend vom Fischfang und im Speziellen vom Kabeljaufang, der zum grossen Teil getrocknet und zu Stockfisch verarbeitet wird. Ungefähr 3’000 Fischer leben heute noch hier. Die weiteren Einkünfte werde aus dem Tourismus generiert. Svolvær ist auch Anlegestelle für die Hurtigruten Schiffe. Womit wir beim passenden Stichwort für den nächsten Programmpunkt wären.


9. März 2017

Hurtigruten (NOR) – Tromsø (NOR)

Um 21:15 war Boarding-Time für mich auf dem Hurtigruten Schiff MS Finnmarken. Da ich das Auto mit dabei hatte, musste ich zuerst auf das Schiff, einchecken und dann wieder raus um das Auto zu holen. Tönt kompliziert, war es auch. Ehrlich gesagt, in Bezug auf Wegweiser und Beschriftungen hat es hier noch massives Potential. Wenn man nicht weiss, wo die Schiffe der Hurtigruten anlegen, sucht man eine Weile bis man merkt: ah, man muss einfach auf das Schiff, wenn es da ist. Es gibt da keinen Schalter, an dem man einchecken kann oder muss. Ok, dass man das Auto erst nach dem Einchecken holen kann steht nirgends. Dass man zum Einchecken den Pass braucht war auch nirgends vermerkt, so dass doch eine gewisse Hektik bei Leuten entstand, die ihren Pass natürlich im Auto hatten, dass sie mitnehmen wollten.

Bevor die MS Finnmarken anlegen kann, muss die Kong Harald ablegen (Foto: Andrea Ullius)

Da ich mich vorab schon informiert hatte, wie das ungefähr mit dieser Einschiffung von statten geht, war mir wenigstens klar, dass ich zuerst die Bordkarte holen muss um dann mit dem Auto auf’s Schiff zu fahren. Ich also fröhlich mit meiner Bordkarte zum Auto und zügig zum Schiff gefahren. Da habe ich mir den ersten Rüffel eingefangen. Ich stand mit meinem Auto komplett im Schilf. Genau dort, wo der Stapler manövrieren musste. Leicht eingeschüchtert bin ich dann etwas zurückgefahren und habe gewartet. Den zweiten Anschiss des Abends habe ich dann von einem Norweger bekommen. Angeblich habe ich vorgedrängt. Man müsse vor dem Eingang warten, bis man vom Matrosen gerufen werde und andere stünden schon länger da als ich. Pfff, wie wenn ich wissen kann wo, man wann auf die Einschiffung waren muss, wenn nicht’s angeschrieben ist. Dann kam wieder einer und hat laut gelacht. Es war der Holländer, der mit seiner Freundin schon auf der Walsafari dabei war. Zwei ganz nette Leute, wir haben uns dann auf dem Schiff noch länger unterhalten.

Ich finde so eine Koje noch ganz gemütlich. Alles da, was man braucht. (Foto: Andrea Ullius)

Nach dem ich dann meine Kabine bezogen hatte, war ein kurzer Erkundungsgang auf dem Schiff von Nöten. Die MS Finnmarken ist sehr komfortabel, hat 283 Kabinen mit 628 Betten. Total können auf dem Schiff 1’000 Personen transportier werden. Ihr merkt, das ist kein Kutter, das ist ein rechter Apparat. Auf dem zweit obersten Deck hat es sogar einen Pool mit Jacuzzi.

Da es unterdessen Stürmte und Schneite war mir das dann doch etwas zu gewagt. Also schnappte ich mir an der Bar noch einen Gin tonic und machte es mir in einem Sessel am Fenster gemütlich. Draussen der Sturm, die Berge, der Schnee und das Wasser. Drinnen ich, der Gin tonic und 500 Kreuzfahrende mit guter Laune. Da nach Wind, Schnee nun auch noch Nebel aufkam, war das nicht mehr so spektakulär und ich beschloss meine Kabine heimzusuchen und ein Nickerchen zu machen. Es war ja auch schon knapp Mitternacht.

Wind und Schnee lassen die Fjorde bedrohlich wirken. (Foto: Andrea Ullius)

Der nächste Morgen bescherte zwar keinen Nebel mehr, das Wetter war jedoch immer noch garstig. Immerhin das Boardfrühstück vermochte meine Laune passabel zu gestalten. Ich hatte das Glück mit meinen zwei Holländer-Bekanntschaften zu speisen und wir plauderten über dies und das, tauschten die Adressen aus und fanden, dass es das Leben mit uns doch gut meinte.

Gut meinte es dann auch Petrus mit dem Wetter. Es hellte auf, war jedoch immer noch kalt und windig. An Deck beobachtete ich die Fjorde, das Meer und das Treiben auf dem Schiff.

Wohin man schaut: verschneite Berge. (Foto: Andrea Ullius)

Eisfischen mit Sami Adventure

Nach dem Mittagessen war dann um 14.15 Uhr Anlegezeit in Tromsø, der letzen Station meine Expedition Lappland. Diesmal ging das mit dem Auto zügig und ohne Komplikationen. Das war auch dringend nötig, denn bereits um 14:30 hatte ich mich mit Sami Adventure zum Eisfischen verabredet. Nebst mir hatten noch zwei Briten Lust auf dieses Abenteuer. Soren hat uns abgeholt und in das etwas 20 Minuten entfernte Sami Camp chauffiert. Dort angekommen wurden wir von Inga und Ola Eira begrüsst. Ola ist eher der Wortkarge und kümmert sich um die Rentiere. Inga ist die Gastgeberin und erzählt vom Leben der Sami. Unterstützt wurden sie durch eine weitere Inga.

Ola hat die Rentiere startklar gemacht. (Foto: Andrea Ullius)

Nachdem die Rentierschlitten parat waren, gondelten wir gemütlich Richtung See um der Eisfischerei zu frönen. Das war dann im Gegensatz zum Skrei Fischen auf offenem Meer eine sehr entschleunigte Sache. Zuerst mussten mit Geduld die Löcher gebohrt werden, dann machte man es sich auf dem Rentierfell bequem und zu guter Letzte konnte die Miniangelrute zum Einsatz kommen.

Zuerst müssen Löcher in das Eis gebohrt werden. (Foto: Andrea Ullius)

Es kann also sein, dass man da längere Zeit liegt und die Angel immer wieder ins Wasser lässt bis ein Fisch beisst. Das Wasser hier war nur ca. 1.5 Meter tief, die Fische jedoch nicht so beissfreudig. Ich hatte jedenfalls kein Glück an diesem Tag. Das war aber egal, da ich nun sehr entspannt war und mich auf die Rückfahrt mit dem Rentierschlitten freute.

Geduld, Geduld, Geduld ist beim Eisfischen gefragt. (Foto: Andrea Ullius)

Beim Zelt angekommen, wurden wir von Inga und Inga mit einer leckern Gemüse-Rentier-Suppe und Sami-Kaffee verwöhnt. Am offenen Feuer erzählten Sie uns wieder neue Geschichten über die Sami. Ich habe nun drei verschiedene Sami Familien getroffen und es war jedes mal spannend und ein Vergnügen sich mit den Menschen zu unterhalten. Inga und Ola bieten nebst dem Eisfischen noch weitere Aktivitäten an.

Inga und Inga, zwei sehr nette Gastgeberinnen. (Foto: Andrea Ullius)

Sami Adventure
Kvaløyvågvegen 595
NOR-9100 Kvaløysletta

+47 90 22 40 20
booking@samiadventure.com
www.samiadventure.com

Scandic Ishavshotel

Nach der Eisfischerei, war Zeit ins Scandic Ishavshotel einzuchecken. Das Hotel ist grossartig. In herrlicher Uferlage in Tromsø, das oft als Paris des Nordens bezeichnet wird, erwartet dich das Scandic Ishavshotel mit einer atemberaubenden Aussicht auf den Hafen und die Stadt. Je weiter oben du dein Zimmer hast, desto besser die Aussicht. Ich war im 7. Stock und es war super. Das Zimmer war zweigeteilt, mit einem Schlafteil und einer Art kleinen Lounge, die tiefergesetzt an der Fensterfront war. Da könnt ihr dann Sitzen und auf den Hafen schauen.

Das Scandic Ishavshotel liegt direkt am Hafen. (Foto: Scandic Ishavshotel)

Das Lobby Restaurant und das Restaurant Roast sorgen mit köstlichen Gerichten der traditionellen norwegischen Küche für dein leibliches Wohl. Eine Offenbarung ist das Frühstücksbuffet, das nun wirklich keine Wünsche offen lässt und jeden bei und bekannten Sonntagsbrunch in den Schatten stellt. Für erfrischende Getränke und gesellige Abende kannst du die Roast Bar besuchen, die direkt am Wasser liegt und einen Blick auf die Tromsø-Brücke und ein berühmtes architektonisches Wahrzeichen, die Eismeerkathedrale, bietet.

Von allem und für jeden. Tolles Frühstücksbuffet im Scandic Ishavshotel (Foto: Scandic Ishavshotel)
Tolles Zimmer, mit toller Aussicht. (Foto: Andrea Ullius)

Scandic Ishavshotel
Fredrik Langesgate 2
NOR-9008 Tromsø

Scandic Ishavshotel anschauen


10. März 2017

Tromsø (NOR)

Es kam, wie es kommen musste. Bis jetzt hatte ja alles, wie am Schnürchen geklappt auf meiner Expedition Lappland. Herrlich. Doch heute startete der Tag schlecht. Nein, das Frühstücksbuffet war der Hammer. Man kann da gar nicht so viel essen, wie man möchte.

Ich hatte für 10 Uhr eine Fjord-Fototour gebucht. Die Idee dieser Tour ist, dass man mit einem lokalen Guide gute Fotoplätze im und am Fjord aufsucht, um eben diese grandiosen Sujets zu finden, die man nur an der Küste von Norwegen hat. Gerade im Winter ist es nicht so einfach die richtigen und zugänglichen Orte zu finden. Ich stand also pünktlich vor dem Tourist Office und wartet. Nichts. Nach 15 Minuten habe ich dann dem Anbieter telefoniert und mich erkundigt, wo er abgeblieben sei. Sagt mir doch der Typ am andern Ende der Leitung: „Ach, Entschuldigung, aber es ist etwas dazwischen gekommen. Ich kann heute nicht. Geh doch ins Touristenbüro und schau dort, was man machen kann.“. Ich war natürlich auf 100, da ich ja genau diese Tour machen wollte.

Ich bin dann rein ins Tourist Office und musste zuerst dreissig Minuten anstehen, da eine Horde Asiaten noch Touren buchen wollten. Als ich dann an der Reihe war, bot mir die nette Dame am Desk „Hundeschlittentouren“, „Nordlichtfotografie“, „Walbeobachtung“ usw. an. -Ich musste ihr klar machen, dass ich das erstens alles schon abgearbeitet habe und zweites nicht’s anderes will, als Fotografieren.

Kaffebønna

Leider gab es keine Alternative, so dass nur noch Shopping oder Besaufen blieb. Das Zweite verschob ich auf den Abend und ging shoppen. Und da bekanntlich shoppen müde macht, musste ein Kaffee ausfindig gemacht werden. Fündig wurde ich im tollen Lokal Kaffebønna am Stortorget. Der Kaffee war ausgezeichnet, das Naschzeug dazu auch. Baff war ich dann, als die Bedienung plötzlich Schweizerdeutsch sprach. Die Dame ist aus Solothurn (Schweiz) und ist nach Tromsø ausgewandert. Sie sei da bei Weitem nicht die einzige Schweizerin, meinte sie. Es gibt in Tromsø total fünf Filialen von Kaffebønna. Ein Besuch kann ich euch da wärmstens Empfehlen.

Ein Schmuckstück von einem Kaffee, das Kaffebønna in Tromsø. (Foto: Andrea Ullius)

Mathallen

Als weitere kulinarische Kostbarkeit kann ich euch das Mathallen empfehlen. Ich war da Mittagessen. Ein tolles Innendesign, eine offene Küche und ehrliche regionale Speisen sind die Eckpunkte dieses mehrfach ausgezeichneten Lokals. Der Küchenchef sucht die Zutaten mit viel Liebe aus und zaubert dann daraus leckere Mittagessen und kreative Abendmenüs. Auch der Weinkeller ist bestens assortiert. Es hat, wie immer in Skandinavien, viel Auswahl aus Übersee und Frankreich. Im angegliederten Shop können Gerichte Take away gekauft werden oder man stöbert in ausgesuchten Lebensmittel und Zubehör.

Modern und kreativ. Mathallen in Tromsø. (Foto: Andrea Ullius)

Mathallen
Grønnegata 60
NOR-9008 Tromsø

+47 77 68 01 00
mathallentromso.no

Emmas Drømmekjøkken

Wer die Fernsehserie „Kitchen Impossible“ mit Tim Mälzer und weiteren Top-Köchen gesehen hat, wird sich vielleicht an die Sendung erinnern, in der Tim in Tromsø zuerst fischen und dann ein Gratin zubereiten musste. Das Ganze fand im Restaurant Emmas Drømmekjøkken statt. Was Tim recht ist, ist mir billig. Wobei mit billig nicht die Preise auf der Speisekarte gemeint sind.

Schön aufgedeckt. (Foto: Andrea Ullius)

Mir wurde ein Tisch im ersten Stock zugewiesen. Das ist der noch etwas edlere Teil des Restaurants. Schon unten ist es sehr gemütlich, aber oben ist mit weissen Tischtüchern und so. Ich bestellte ein schönes Menü mit Fischsuppe, Skrei, Rentier und Dessert. Ursprünglich wäre Walcarpaccio als Vorspeise gedacht gewesen. Wal kommt mir jedoch nicht auf den Teller. Da ist mir dann der Artenschutz doch wichtiger als eine exotische Delikatesse.

Ein herrlicher Skrei landete auf meinem Teller. (Foto: Andrea Ullius)

Für ein gediegenes Nachtessen kann ich euch dieses Lokal sehr empfehlen. Den legendären Fischauflauf gibt es aber nur im untern Teil des Restaurants. Man kann ja auch zweimal hier  hingehen.

Zartes Rentier. Toll. (Foto: Andrea Ullius)

Emmas Drømmekjøkken
Kirkegata 8
NOR-9008 Tromsø

+47 77 63 77 30
emmasdrommekjokken.no


11. März 2017

Tromsø (NOR) – Zürich (SUI)

Und so kam es dann nochmals so, wie es kommen musste. Die Heimreise stand auf dem Programm. Vor dem Abflug das Mietauto volltanken und abgeben, einchecken und dann warten, da der Flieger eine Stunde Verspätung hatte. Das soll also keine Klage sein. Wir hatten ja noch Glück. Das Wetter war arg garstig und der Schneefall bereitete dem Flughafen einige Probleme. Die Maschine aus Frankfurt konnte gar nicht in Tromsø landen und suchte sich einen anderen Flughafen. Wir sind dann aber abgehoben und im 19 Uhr in Zürich bei Frühlingswetter gelandet. Eine tolle Reise war das. Vielen Dank allen, die mich da unterstützt und inspiriert haben.

Wohlbehalten hat und Edelweiss und Kontiki wieder nach Zürich geflogen. (Foto: Andrea Ullius)

Content Hub Lappland

 

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