Weshalb die schwedische Corona Strategie für Schweden richtig ist

Eine Einordnung des schwedischen Corona-Kampfes

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Corona nervt! Das lästige Virus schränkt unser tägliches Leben ein. Was aber noch mehr nervt, ist das sprunghafte Aufkommen von selbsternannten Experten, Hobby-Virologen und Glaskugelprofessoren. Jeder weiss es besser, eine differenzierte Betrachtung der Lage fällt weg. Neustes Lieblingsthema: Der Vergleich zwischen Schweden und dem eigenen Land. Ich sage: hört auf Länder zu vergleichen und schaut euch die schwedische Corona Strategie genauer an.

schwedische Corona Strategie
Die Ganze Welt ist im Banne von Corona. (Foto: Pixabay)

Bis jetzt habe ich mich mit wenigen Ausnahmen aus all den Corona-Diskusionen rausgehalten. Nun ist es aber Zeit, dass ich mich über die schwediche Corona-Strategie äussere. Schweden wird nämlich gerne als Beispiel herangezogen, wie man die Corona-Krise nun gut, aber auch schlecht bewältigen kann. „Es geht auch ohne Lockdown“, sagen die einen. „Ein sehr gefährliches Experiment“, sagen die anderen. Beide Aussagen sind natürlich Bullshit.

Ich reise seit über 10 Jahren mehrmals jährlich nach Schweden und verstehe das Land unterdessen recht gut. Ich kenne auch viele Leute in Schweden und unterhalte mich mit ihnen regelmässig über die Situation im Land. Zudem habe ich eine „medizinische“ Basisausbildung. Die Begriffe Pathologie, Pharmakologie, Anatomie, Mikrobiologie, Phytotherapie usw. sind mir also keine Fremdwörter. Gerade diese Voraussetzungen lassen mich zu Schluss kommen: Die schwedische Corona Strategie ist für Schweden die richtige!

Ich möchte dir in diesem Artikel erläutern, weshalb ich zu diesem eindeutigen Ergebnis komme. Dabei finde ich es noch wichtig festzuhalten, dass jede Strategie gegen Corona mit Bestimmtheit auch einzelne Mängel hat. Es braucht immer eine Gesamtbetrachtung in der Erfolge, Misserfolge und die Gründe dazu analysiert werden. Eine Epidemie solchen Ausmasses hat noch niemand erlebt und folglich kann man bei der Eindämmung des Problems auch nicht auf Erfahrungen zurückgreifen. Man begibt sich teilweise auf Blindflug.

Das Thema Topographie und Bevölkerungsdichte

Wir wissen, dass sich das Corona-Virus Sars-Cov-2 besonders schnell in grösseren Menschenansammlungen verbreitet. Überall dort, wo viele Personen auf engem Raum leben, ist die Infektionsrate hoch. Nun ist Schweden mit seinen 10.23 Millionen Einwohnen auf ‎447.435 km² relativ schwach besiedelt. Die Bevölkerungsdichte beträgt hier 23 Personen pro Quadratkilometer. In der Schweiz sind dies 207 Personen in Deutschland 233. In der von Corona besonders gebeutelten italienischen Provinz Lombardei wohnen gar 422 Menschen auf einem Quadratkilometer.

Dalarna Älvdalen
(Foto: Andrea Ullius)

In Schweden wohnen nicht ganz 50% aller Einwohner in den grossen Städten Stockholm, Göteborg und Malmö, sowie dem angrenzenden Umland. Du kannst dir also ausrechnen, wie die Bevölkerungsdichte in den anderen Regionen in Schweden ist. Lappland hat eine Dichte von unter einer Person pro Quadratkilometer.

Nun kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. Selbst in einer Grossstadt, wie Stockholm leben die Menschen nicht „aufeinander“. Dies belegt auch die Tatsache, dass Schweden mit 50% die höchste Rate an Single-Haushalten in Europa hat. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Auf diese Ausnahme komme ich dann etwas später zurück. Beide oben erwähnten Tatsachen spielt Schweden also in die Hände. Schon jetzt sehen wir: Schweden kann man nicht mit Deutschland, der Schweiz oder Österreich vergleichen.

Schweden tut sehr wohl etwas gegen Corona

In Medienberichten wird immer wieder kolportiert, dass die Schweden nichts gegen Corona untenehmen würden, dass sozusagen laisse fair herrsche. Das ist natürlich kompletter Blödsinn. Schweden hat mehr oder weniger ähnliche oder gleiche Massnahmen beschlossen, wie die umliegenden Länder.

  • Die Grenzen zu Nicht-Schengen-Ländern sind dicht.
  • Menschenansammlungen von mehr als 49 Personen sind verboten.
  • In Alters- und Pflegeheimen gilt ein Besuchsverbot
  • Universitäten und Schulen ab der 9. Klasse sind geschlossen. Der Unterreicht läuft via Homeschooling

Grundschulen, Kitas, Restaurants und ein Grossteil der Geschäfte sind jedoch geöffnet. Zudem gelten folgende Empfehlungen:

  • Bleib wenn möglich zuhause.
  • Reise nicht.
  • Halte Abstand.
  • Wasche dir regelmässig die Hände.
  • Ältere und Menschen und solche mit Vorerkrankungen meiden die Öffentlichkeit.

Du siehst, die schwedische Corona Strategie ist gar nicht so anders, als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die grosse Ausnahme ist, dass in Schweden die Läden und Restaurants offen haben dürfen unter der Bedingung, dass Abstand gehalten wird. Weder wurden Parks abgeriegelt, noch sind kulturelle Institutionen staatlich geschlossen.

Ich glaube wir alle wissen unterdessen, dass es eigentlich drei wesentliche Massnahmen zur Eindämmung von Sars-Cov-2 gibt.

  • Abstand halten
  • Hygienemassnahmen durchführen
  • Besonders gefährdete Menschen schützen

Schweden hat das gleiche Ziel, wie alle anderen Länder auch: Die Zahl der Neuansteckungen abbremsen, damit die Gesundheitseinrichtungen nicht überlastet werden. Gerne wird auch der Begriff „flatten the curve“ verwendet.

schwedische Corona Strategie
Zu Hause bleiben gilt auch in Schweden. (Foto: Pixabay)

Länderspezifische Mentalitäten berücksichtigen

Viele, die nun für oder gegen die schwedische Corona-Strategie argumentieren, lassen die schwedische Mentalität ausser acht. Sie betrachten die Situation aus dem eigenen Blickwinkel. So kommt man aber schnell zu einer Fehleinschätzung. Wenn man dann noch die im eigenen Land getroffenen Massnahmen kritisieren will, dann ist Schweden bestens zur Argumentation geeignet. Wie gesagt, das ist Bullshit.

In Schweden setzt man sehr viel auf Eigenverantwortung. Eine rücksichtsvolle Lebenweise ist tief in der schwedischen DNA verwurzelt. Es ist etwas paradox. Einerseits haben die Schweden eben diese „Miteinander sind wir stark“ Mentalität. Anderseits ist gerade das „Social Distancing“ ebenfalls schwedischer Alltag. Schweden respektieren die Privatsphäre der Mitmenschen in teilweise penetranter Art und Weise. Einem Schweden oder einer Schwedin käme es nie in den Sinn, am Badestrand das Handtuch zwei Meter neben einer anderen Person zu platzieren. Man sucht sich einen Platz möglichst ausserhalb des Blickfeldes. Ich spreche hier von Menschen, die sich nicht kennen. Unter Bekannten ist das natürlich nicht so. Wenn an der Bushaltestelle ein Person am Anfang des Halteplatzes steht, wartet die Nächste am Ende der Station.

Es gib sogar den den Witz, dass sich die Schweden (die Finnen übrigens auch) über die Aufforderung „2 Meter Abstand halten“ aufgeregt haben sollen. „Was? Jetzt müssen wir auch noch zusammenrücken?“

Der Schwede will nicht negativ auffallen, nicht aus der Masse stechen. Er ist nicht vorlaut, (Achtung Klischees!) wie die Deutschen, er protzt nicht, wie die Züricher und er ist nicht hochnäsig, wie der Kellner in Wien. Der Schwede passt sich an, richtet sich nach dem Standart, manche sagen Mittelmass, und er legt Wert auf seinen Ruf. Man müsste jetzt natürlich viel tiefer in die schwedische Psyche eintauchen, um das alles im Detail zu verstehen. Die Schweden sind unaufgeregt, sachlich und sehr vernünftig. Boulevard-Zeitungen, wie den „Expressen“ (analog Bild, Blick) nutzen sie mehr als Unterhaltung, und weniger als Meinungsbildung.

Die Schweden haben auch ein relativ enges Verhältnis zum Staat. Die Behörden sind hier für viel mehr Dinge im täglichen Leben verantwortlich, als bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Allein die Tatsache, dass das Gesundheitswesen staatlich organisiert ist, spielt in Corona-Zeiten natürlich eine wichtige Rolle. Die Schweden haben Vertrauen in die Behörden und respektieren diese. Nicht wie bei uns, wo „Regierungsbashing“ schon fast zum täglichen Ritual gehört.

Natürlich haben die Schweden auch eine individuelle, persönliche Meinung. Diese ist aber eben persönlich und wird für sich behalten. Nicht wie bei uns, wo es nur so von Besserwissern und Hatern wimmelt. Dies ist übrigens ein Grund, weshalb die Schweden nicht immer gut auf uns zu sprechen sind.

schwedische Corona Strategie
Der Schwede ist gerne alleine unterwegs. (Foto: Pixabay)

Die schwedische Corona-Strategie mit Geboten statt Verboten

Wie gesagt, Schweden setzt auf die Eigenverantwortung der Einwohner und hat deshalb für einen grossen Teil des täglichen Lebens Empfehlungen erlassen und keine Verbote. Stellt sich nun die Frage: Nützt das? Die Fragen kann grössten Teils mit Ja beantwortet werden.

Ich habe Kontakt zu mehreren Hoteliers und Gastronomen in Schweden. Alle klagen über massive Umsatz- und Frequenzeinbussen. Mir wurden Zahlen von 70% bis 90% weniger Gäste gemeldet. Das sind natürlich nur einzelne Rückmeldungen von mir bekannten Personen, aber auch die Tourismusverantwortlichen z.B. von Malmö sagen mir das Gleiche. Wichtig: es ist keine Urlaubszeit, die fehlenden Gäste aus dem Ausland sind aktuell nicht der Faktor.

Über Ostern ist die Insel Gotland normalerweise mehr oder weniger komplett ausgebucht mit schwedischen Gästen. In diesem Jahr wurden knapp 90% der Fährtickets storniert. Die Schweden reisen nicht, sie bleiben zuhause.

Viele Museen, Vergnügungsinstitutionen usw. haben ihren Betrieb eingestellt oder massiv reduziert. Einerseits kommen viel weniger Besucher, anderseits erfolgen die Schliessungen im Sinne der Empfehlungen in Eigenverantwortung.

Dass die Leute zu Hause bleiben zeigen auch die Statements der Aussenministerin Anne Linde: „Die Menschen bleiben zu Hause, reisen nicht und den Unternehmen brechen die Umsätze weg. Die Arbeitslosigkeit wird voraussichtlich dramatisch steigen“.

Dass sich die Schweden mehrheitlich an die Empfehlungen der Regierung halten zeigt auch der Google Mobility Report. Nach dem Aufruf zu Social Distancing sind Museums- und Kinobsuche massiv zurück gegangen und die Öffentlichen Verkehrsmittel werden viel weniger genutzt. Die höchsten Besuchsfrequenzen verzeichnen Lebensmittelgeschäfte.

Die Statistiken sagen Ähnliches. Die Zeitung Dagens Nyheter aktualisiert die Corona Zahlen laufend. Dabei wird auf die eigentlichen Fallzahlen verzichtet, da diese schlicht nichts aussagen. Entscheidend sind die Statistiken der Todesfälle, Hospitalisierungen, sowie Personen auf den Intensivstationen. Die Statistik zeigt auch die lokalen Unterschiede der Corona-Problematik. Betrachtet man die Kurve der Todesfälle, so sieht man hier einen Rückgang der Zahlen.
Hier geht es zur Statistik.

Natürlich gibt es auch in Schweden Idioten, die sich nicht an die Empfehlungen der Regierung halten. Da unterscheidet sich das skandinavische Land nicht von uns. Es sind aber nicht die Massen, die uneinsichtig sind. Bilder von proppenvollen Gartenrestaurants in diversen Medien sind mit Vorsicht zu geniessen. Einerseits tauchen immer wieder die gleichen Bilder auf, anderseits wurde schon festgestellt, dass gewisse Fotos schon vor Corona „geschossen“ wurden. Es ist aber auch Tatsache, dass in Stockholms „Vergnügungsquartieren“ (z.B. Södermalm) die Empfehlung von oberster Stelle sehr grosszügig interpretiert werden. Wie gesagt, Ignoranten gibt es überall.

Dies hat Ministerpräsident Stefan Löven dazu veranlasst ein Notstandsgesetz vom Parlament absegnen zu lassen, das ihm die Befugnisse erteilt, bei Bedarf schnell öffentliche Einrichtungen zu schliessen und den Nahverkehr einzustellen. Bis jetzt hat Löven keinen Gebrauch davon gemacht. Vorsorglich hat aber angekündigt, dass, sollten weiter Verstösse gegen das Distanzgebot in Restaurants festgestellt werden, diese geschlossen würden.

schwedische Corona Strategie
Social distance ist bei der Bekämpfung von Corona entscheidend. (Foto: Pixabay)

Weshalb die vielen Toten in Schweden

Natürlich läuft auch in Schweden nicht alles reibungslos. Es sind Stand 25. Apri 2020 total 2192 Todesopfer zu beklagen. Das ist eine beträchtliche Anzahl im Vergleich zur Bevölkerungszahl. Aber auch hier sind Vergleiche mit dem Ausland unangebracht. Woher kommen die Todesopfer, weshalb ist die Anzahl so hoch? Wie ist es zu den Ansteckungen gekommen. Das sind die Fragen, welche man sich stellen muss.

Das Tragisch an den Todesfällen in Schweden ist, dass gut ein Drittel davon in Alters- oder Pflegeheimen starben. Hier gibt die schwedische Regierung unumwunden Fehler zu. Was sind aber die Gründe, dass Covid-19 gerade in diesen Einrichtungen derart um sich greifen konnte?

Um diese Frage zu klären, muss man den schwedischen Verlauf der Corona-Epidemie genauer betrachten. Begonnen hat alles mit den Frühlingsferien. Göteborg verreiste in der Woche 7 (ab. 10. Februar). Zu diesem Zeitpunkt gab es in Europa nur einige wenige Fälle zu verzeichnen und diese konnten gut unter Kontrolle gehalten werden. In der Woche 8 (17. Februar) durfte dann Malmö in den Urlaub verreisen. Unterdessen war die Situation europaweit schon angespannter. Stockholm musste sich bis zur Woche 10 (2. März) gedulden, bis für sie Skiferien angesagt waren. Unterdessen war die Lage in Europa mehr oder weniger nicht mehr zu kontrollieren. Erste Massnahmen wurden in den Ländern getroffen. Da die Schweden gerne in Österreich oder im Südtirol ihren Urlaub verbringen, hatten die Stockholmer nun das grosse Pech, dass Sie genau im „dümmsten“ Zeitpunkt in Ischgl und weiteren „Corona-Hotspots“ zugegen waren. Malmö und Göteborg hatten also Glück im Unglück. Die Statistik belegt diese Aussagen (siehe Link oben).

Bei der Rückkehr passierte dann folgendes. Ich weiss dummerweise die Quelle nicht mehr, sie ist aber schlüssig. Die Stockholmer landeten auf dem Flughafen Arlanda und fuhren mit den Taxis nach Hause in die Stadt. Taxifahrer sind in Stockholm mehrheitlich Menschen mit Migrationshintergrund (Syrien, Iran, Eritrea usw.). Die Taxifahrer hatten sich nun in den engen Verhältnissen infiziert und die Viren heim zur Familie und Freunden gebracht.

Oben habe ich geschrieben, dass in Stockholm die Leute viel Platz haben (50% Single-Haushalte). Dies stimmt leider bei den Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund nicht. Sie leben wie in vielen anderen Ländern in engen Verhältnissen in grossen Wohnüberbauungen. Zudem haben sie natürlich einen anderen kulturellen Hintergrund, als die Schweden. Achtung ganz wichtig: Das ist keine Wertung in Bezug auf Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund. Eingeschleppt haben das Virus die Schweden vom Urlaub!

Zurück zu unseren oben erwähnten Mitmenschen. Eine beträchtliche Zahl dieser Leute arbeitet in Alters- und Pflegeheimen. Das ist genau wie bei uns. Die schlecht bezahlte „Scheissarbeit“ lassen wir von „Ausländern“ erledigen. Und dass es auch gesagt ist: Diese Leute machen in den Institutionen einen super Job und opfern sich täglich für unsere Senioren und Kranken auf. Dummerweise hat aber nun das Personal, hin und wieder waren es auch Angehörige, Sars-Cov-2 in die Alters- und Pflegeheime eingeschleppt. Das Drama war nicht mehr aufzuhalten.

Nun muss man noch wissen, dass infolge rigoroser Sparmassnahmen die Alters- und Pflegeheime in Schweden privatisiert wurden. Das hatte zur Folge, dass die Wirtschaftlichkeit und nicht das Wohl der Menschen an erster Stelle stand. Diesen Zustand haben mir mehr als eine Person in Schweden bestätigt. Effekt der Sparmassnahmen: Es fehlte an Schutzmaterial (Masken, Kleidung usw.), an Schutzkonzepten und an Wissen wie man hier rechtzeitig hätte handeln müssen. Hätte das Personal in den Alters- und Pflegeheimen Schutzmasken zur Verfügung gehabt, wäre die Situation wahrscheinlich nicht derart eskaliert. Wir stellen also fest. Auch Schweden ist nicht ohne Fehl und Tadel. Aber eben: Hätte, hätte Fahrradkette!

schwedische Corona Strategie
Einfach mal zu Hause bleiben. (Foto: Pixabay)

Weshalb ist nun die schwedische Corona-Strategie für Schweden die richtige?

  • Schweden hat mehr oder weniger die gleichen Massnahmen und Empfehlungen ergriffen, wie auch andere europäische Länder und hat sie auf die eigenen Bedürfnisse angepasst.
  • Schweden setzt auf Grund der schwedischen Mentalität auf Eigenverantwortung und Solidarität ohne explizite Verbote übermässig auszusprechen.
  • Schweden verfolgt ebenfalls die Strategie die Kurve der Infektionen möglichst flach zu halten.
  • Schweden kann ebenfalls härtere Massnahmen durchsetzen, sollten sie notwendig sein.
  • Schweden hat es geschafft, dass sich im Land keine Hysterie breit macht. Zwar gibt es auch hier kritische Stimmen, speziell aus medizinischen Kreisen, aber die Stossrichtung wird von allen Bevölkerungsteilen mitgetragen.
  • Schweden orientiert sich in erster Linie an der Situation im eigenen Land und reagiert weniger auf Vorschläge aus dem Ausland.
  • Schweden versucht Empfehlungen zu etablieren, die auch auf länger Zeit eingehalten werden. Dadurch kann eine sogenannte zweite Welle verhindert werden, die nach einem Lockdown in der Regel auftritt.
  • Schweden hat mit Anders Tignell einen ausgewiesenen und respektieren Fachmann an der Spitze des „Corona-Teams“
  • Schweden ist in Bezug auf Topographie, Bevölkerungsdichte und Betroffenheit so unterschiedlich, dass harte Massnahen für das ganze Land wenig Sinn machen.
  • Schweden differenziert bei den Corona-Problemen: Wo tauchen sie auf und wie sind sie entstanden (z.B. Altersheime)?
  • Schweden berücksichtig die Annahme, dass Kinder in der Grundschule keiner Gefahr ausgesetzt sind und nur selten Überträger von Covid-19 sind.

Dies ist meine Sicht der Dinge in Bezug auf die schwedische Corona-Strategie. Jedes Land hat seine Eigenheiten und diese muss man bei Entscheiden berücksichtigen. Ein Vorgehen, wie in Schweden wäre in der Schweiz oder Deutschland wahrscheinlich undenkbar. Die Hälfte der Leute würden sich schlicht nicht an die Empfehlungen halten.

Abgesehen davon ist der Kampf gegen Corona kein Wettkampf unter den Ländern. Vergleiche erübrigen sich nur schon deshalb. Corona ist auch nicht der richtige Zeitpunkt für Egoismus und Besserwisserei, das kann man dann wieder beim Fussball an den Tag legen. Selbst Wissenschafter sind sich nicht einig, welche Strategie nun die Richtige ist. Bei den Prognosen halte ich es mit unserem Chef-Meteorologen Thomas Bucheli: „Wetterprognosen die länger als zwei Tage vorausschauen, sind unseriös und zu mindestens 50% falsch.“

Im Nachhinein sind wir immer schlauer. Ich wünsche euch allen ganz gute Gesundheit, Durchhaltewillen und Zuversicht.

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Drogist HF, Autor und Blogger. Vom Norden begeistern, am Rest der Welt interessiert. Schreibt vorwiegend in und über Schweden, Skandinavien und die Schweiz. Nach 10 Jahren, Radio-, Fernseh- und Agenturerfahrung habe ich mich aufgemacht, alle Facetten des Reisebloggens und der Content-Produktion kennen zu lernen. Ich schreibe auf www.schwedenhapen.ch und www.ullala.ch.