18Wer nach Schweden reisen will, muss sich immer gut überlegen, welches Transportmittel er wählt. Da ich meist mit dem Automobil unterwegs bin, habe ich mir angewöhnt mit der Fähre nach Schweden zu fahren. Das ist unkompliziert und entspannt. Ein paar Dinge muss man dabei aber beachten.

Mit der Fähre nach Schweden und die Ferien beginnen entspannt. (Foto Stena Line)
Mit der Fähre nach Schweden und die Ferien beginnen entspannt. (Foto Stena Line)

Oft werde ich gefragt: Wie komme ich überhaupt nach Schweden? Ich sage dann meist: „Zur Not zu Fuss“. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Varianten in den Norden zu gelangen. Welche man wählt, hängt von Zielort und geplanten Aktivitäten ab. Wer die Grossstädte Stockholm, Göteborg und Malmö besucht, fliegt am mit einer der zahlreichen Fluggesellschaften. Diverse Fluggesellschaften fliegen auch kleinere Flughäfen in Schweden an. Der öffentliche Verkehr ist in Schweden bestens ausgebaut und in den Städten gibt es somit keinen Grund, mit seinem Privatauto im Stau zu stehen.

Reise nach Schweden

Die „Bähnler“ unter euch können am Bahnhof ein Ticket nach Schweden lösen. Die Fahrt nach Stockholm dauert aus der Schweiz ca. 25 Stunden, umsteigen muss man mindestes drei, maximal acht Mal. Die Kosten sind ziemlich hoch und müssen am Schalter erfragt werden. Das ist nicht so mein Ding. Reisen aus Deutschland und Österreich dürften ähnliche Dimensionen annehmen, wenn man nicht gerade in Hamburg wohnt.

Für die Freiheit das Auto

Und dann gibt es noch die Abenteurer, Vagabunden und Camper. Die wollen in jeden Winkel des Landes fahren, die Natur geniessen, auf dem Campingplatz schlafen und flexibel reisen. Hier braucht man ein Auto oder ein mobiles Zuhause. Du kannst in Schweden eines mieten oder mit deinem Fahrzeug zu Hause starten. Dank der grossartigen Unterstützung vom Camper-Huus in Chur kann ich mit einem „echten“ Schwedenmobil in den Norden fahren. Deshalb benutze ich die Fähre nach Schweden.

Mein Schwedenmobil seht bereit für die Fähre. (Foto Andrea Ullius)
Mein Schwedenmobil seht bereit für die Fähre nach Schweden. (Foto Andrea Ullius)

Wichtig ist für mich, dass ich im VW Bus auch arbeiten kann und meine Erlebnisse schnell zu euch gelangen. Wenn ich unterwegs bin verbringe ich jeweils einige Nächte auf Campingplätzen, aber auch in unterschiedlichen Hotels, die mein Partner Kontiki Reisen für mich jeweils bucht.

Zwischenstopp in Hamburg

Meine Reise führt mich meistens zuerst nach Hamburg. Ohne grosse Zwischenfälle muss man ab Chur, wo ich wohne, acht Stunden Reisezeit einkalkulieren. Zur Zeit ist die A7 in Deutschland mit Baustellen übersät. Das kann viel Zeit kosten. Nach einer Nacht in Hamburg fahre ich dann weiter Richtung Ostsee zu den Fähren. Je nach Reiseziel fahre ich nach Kiel oder Rostock. Das sind für mich die beiden einzigen sinnvollen Optionen, wenn man die Zeit auf der Strasse kurz halten will.

Imposante Stena Germanica

Meine favorisierte Reederie ist mein Partner Stena Line. Sie betreibt unter anderem die Verbindungen Kiel – Göteborg und Rostock – Trelleborg. Stena Line ist also der richtige Partner für Reisen mit der Fähre nach Schweden. Willst du in den Süden von Schweden, dann nimmst du die Fähre ab Rostock. Da ich meist zuerst nach Göteborg will, fahre ich mit Stena Line ab Kiel. Die Stena Germanica ist eine imposante Fähre, 11 Stockwerke hoch und mit viel Komfort ausgestattet. Ehrlich gesagt wundere ich mich jedes mal, dass so ein Koloss überhaupt schwimmen kann. An Bord hat es mehrere Restaurants, eine Bar, Shopping-Möglichkeiten und sogar ein Unterhaltungsangebot.

Die Stena Germanica steht schon bereit. (Foto Stena Line)
Die Stena Germanica steht schon bereit. (Foto Stena Line)

Früh anreisen und keinen Stress haben

Ferien soll ja etwas Entspannendes sein. Nehmt es also gemütlich und reist frühzeitig zur Anlegestelle. In Kiel könnt ihr euer Auto in die Kolonne zum einchecken stellen und dann noch problemlos im Restaurant mit Dachterrasse einen Drink nehmen. Herrlich die Aussicht über den Hafen, die man hier hat. Falls ihr noch kein Ticket habt, könnt ihr eins am Schalter des topmodernen Terminals kaufen. Ich empfehle jedoch, das von zu hause aus zu machen. Je früher ihr bucht, desto einen attraktiveren Preis habt ihr.

Beim Check in ist dann wichtig, dass ihr die Tickets und euere Pässe / Personalausweise griffbereit habt. Ist alles in Ordnung, bekommt ihr euere Bordkarten. Die sind auch gleichzeitig der Zimmerschlüssel. Diese Karte solltet ihr nicht knicken. In der Regel geht das das ganze Prozedere ruck zuck, ab 17 Uhr kann man an Bord gehen und die Kabinen beziehen. Merkt euch, auf welchem Parkdeck euer Auto steht und durch welches Treppenhaus ihr am bequemsten wieder zurück kommt. Nehmt mit, was ihr für die Überfahrt braucht. Unterwegs könnt ihr nicht zurück ins Auto. Es ist verboten sich im Auto aufzuhalten. Ihr könnt also nicht im Wohnmobil oder Wohnwagen schlafen.

Gemütliche Kabinen und viel Komfort

Mein Partner Stena Line hat mir eine Business Kabine offeriert. Die ist äusserst komfortabel mit einem bequemen Bett, einer Sitzecke und einem kleinen Schreibtisch. Die Minibar ist gefüllt und kostenlos. Auch WC und Dusche sind mehr als passabel. Gerade diese Annehmlichkeiten schätze ich bei einer Reise mit der Fähre. Der Service, die Gastronomie und der Komfort tragen dazu bei, dass man entspannt am Bestimmungsort ankommt. Ich bin auch schon via Dänemark den ganzen Weg mit dem Auto gefahren und war entsprechend gerädert bei Ferienbeginn. Gönnt euch also die Fähre. Ihr habt so mehr von euerem Urlaub.

Pünktlich um 18:45 legt die Stena Germanica ab. Entspannt schaue ich jeweils zurück in den Hafen von Kiel und freue mich auf das Nachtessen im Restaurant an Bord. Es gibt auf der Stena Germanica diverse Verpflegungsmöglichkeiten. Im à la carte Restaurant kann man sich bequem bedienen lassen, am Taste Buffet Restaurant gibt es „all you can eat“ und auf Deck steht eine Bar, die auch kleine Köstlichkeiten serviert.

Auf Deck tummeln sich schon schnell die ersten Gäste. (Foto Andrea Ullius)
Auf Deck tummeln sich schon schnell die ersten Gäste. (Foto Andrea Ullius)

Keine Langeweile auf der Fähre nach Schweden

Auch die Unterhaltung kommt auf so einer Fähre nicht zu kurz. Von Bingo bis zu einer passablen Band ist ein breites Spektrum an „Spektakel“ für die Reisenden im Angebot. Für Kinder hat es ein schönes Spielparadies. Am meisten Leute tummeln sich jeweils im Stena Bordershop. Hier kann man taxfree einkaufen, und das ist speziell beim Alkohol bei den Schweden und Schwedinnen sehr beliebt. Einen Liter Absolut Vodka gibt es hier für sagenhafte 15.– Euro, eine Kiste Heineken (24 Dosen à 33cl) für 12 Euro. Da wundert es mich nicht, dass da Kistenweise von dem Zeugs rausgetragen wird. Bleibt nach dem Alkoholkauf noch Kleingeld übrig, wird dieses in Spielautomaten investiert.

Die Spielhölle an Bord ;-) (Foto Andrea Ullius)
Die Spielhölle an Bord 😉 (Foto Andrea Ullius)

Was ich auch immer gerne mag auf solchen Reisen: Leute studieren. Auf der Stena Germanica hatte es neulich auch wieder ein paar ganz spezielle Zeitgenossen. Da wäre die Rentner-Töff-Gang, die einen feucht fröhlichen Ausflug macht und schon zwei Stunden nach Abfahrt die Segel streicht. Interessant auch die Camper, die für ihre Fahrzeuge und Zubehör ein Vermögen ausgeben, auf der Fähre dann aber höchst knauserig sind: Ein Menü für zwei und das Getränk heimlich aus dem Rucksack.

Auch das Essen auf See ist schmackhaft und abwechslungsreich. (Foto Stena Line)
Auch das Essen auf See ist schmackhaft und abwechslungsreich. (Foto Stena Line)

Aber ich sollte jetzt nicht lästern, schliesslich will ich mich ja an den schönen Dingen erfreuen. Wenn nur das verdammte WLAN etwas mehr Saft hätte. Ich will ja schreibe und meine Social Media Kanäle füttern und das geht nur mit Bandbreite. Aber abgesehen davon ist es viel angenehmer, gemütlich in der Koje noch ein Buch zu lesen und dann ein Nickerchen zu machen. Nach einem leckeren Frühstück trifft die Stena Germanica um ca. 9 Uhr in Göteborg ein. Hin und wieder dauert es etwas, bis man losfahren kann, denn seit der Zoll wieder vermehrt kontrolliert, kann es kurze Verzögerungen geben.

Skåne immer eine Reise wert

Wie schon erwähnt benutzt man für Reisen in Südschweden die Verbindung Rostock – Trelleborg. Die Fähren hier sind kleiner, fahren aber häufiger. Dank der Kooperation mit TT-Line könnt ihr in der Hochsaison bis zu sechs Verbindungen buchen. Im Gegensatz zu Kiel lohnt es sich hier auch nicht allzu früh am Anleger zu sein. Speziell das Gelände in Trelleborg ist gelinde gesagt „etwas trostlos“ und mehr als einen Kiosk findet man hier auch nicht. Dafür kann man mit den anderen Wartenden die aktuellen Ferientipps austauschen. Was dabei herauskommt: Skåne ist immer eine Reise wert.

Die MS Skåne fährt von Rostock nach Trelleborg (Foto Stena Line)
Die MS Skåne fährt von Rostock nach Trelleborg. (Foto Stena Line)

An Bord gibt es mehr oder weniger die gleichen Annehmlichkeiten, wie auf der Verbindung Kiel – Göteborg. Da ich die Fähre für die Heimreise jeweils möglichst spät wähle, freue ich mich meist nur noch auf das weiche Bett und schlafe zügig ein.

Zum Schluss noch ein Geheimtipp. Stena Line biete auch Kurtripps nach Göteborg an. Man fährt am Abend los und übernachtet auf der Fähre. Dann hat man einen ganzen Tag Zeit um Göteborg zu besichtigen und fährt am Abend wieder friedlich zurück nach Deutschland. Wer länger als einen Tag in Göteborg bleiben will, kann auch ein Hotel direkt bei Stena Line hinzubuchen.

Einen Kurztrip nach Göteborg mit Stena Line (Foto Stena Line)
Einen Kurztrip nach Göteborg mit Stena Line (Foto Stena Line)

Alle Informationen zu den Fährverbindungen von Stena Line findet ihr auf dem Portal der Reederei. http://www.stenaline.de

Text: Andrea Ullius
Fotos: Andrea Ullius / Stena Line