Früh am Morgen, wenn die meisten Leute noch schlafen oder sich mit einer ersten Tasse Kaffe wecken, dann läuft das Geschäft mit dem Fisch rund. 20 Tonnen Fisch pro Tag werden an der Fischauktion im Fischhafen von Göteborg verkauft.

Es riecht nach Fisch, für jemanden, der nicht am Meer aufgewachsen ist ziemlich heftig sogar. Um 06:30 Uhr beginnt im Fischhafen von Göteborg die tägliche Fischauktion. Vor den Toren stehen die Fischer rum. Sie diskutieren über den letzten Fang und hoffen auf einen guten Verdienst. Man sieht ihnen das Fischersein an. Ihre Haut ist durch die Sonne und das Wasser gegerbt. Sie scheinen müde zu sein nach einer langen Nacht auf See. Vor der Halle stärken Sie sich mit einem Kaffee.

Fischauktion
Nach der Arbeit braucht es eine Stärkung. (Foto Andrea Ullius)

Drinnen in der Halle begrüsst mich Linda Hallberg. Sie ist Ausbildungsverantwortliche der Göteborgs Fiskhandlareförening, der Fischhandeslvereinigung. Ihr Beruf liegt ihr am Herzen. Beinahe täglich mach sie für Schulklassen Führungen während der Auktion, gibt Kurse über Fisch und deren Zubereitung und hilft Journalisten und Blogger mit Informationen aus erster Hand.

Grösste Fischauktion in Westschweden

Die Auktion in Göteborg ist die älteste in Schweden und etwa für 75% des Handels an der Westküste verantwortlich. Eine weitere kleinere Auktion ist in Smögen angesiedelt. Das was hier in Göteborg also jeden Morgen passiert ist wichtig für die ganze Region Westschweden.

Fischauktion
Wer wohl diese Kisten kaufen wird? Das Feilschen beginnt. (Foto Andrea Ullius)

In der Nacht werden die Fische angeliefert, sortiert und korrekt beschrifte. Von jedem Fisch weiss man, wer ihn gefangen hat und wann er gefischt wurde. Nach Fischer und Sorte separiert warten die Kisten dann auf die Käufer. Allerdings fährt nicht jeder Fischer mit seinem Kutter an den Fischmarkt nach Göteborg. Sie ankern an ihren Heimathäfen und der Fisch wird dann gekühlt auf dem Landweg nach Göteborg transportiert.

Bimmelt die Glocke geht es los. Die potentiellen Käufer versammeln sich um die Kisten. Der Auktionator eröffnet das Angebot und ein Gemurmel, Genicke und Zeichengeben setzt ein. Der Autkionator muss sehr viel Routine haben, um all die Gesten und Zeichen zu deuten. Jeder der mitbietet hat so seine „Geheimsprache“, um sein Angebot zu platzieren.

Unterschiedliche Preise für den gleichen Fang

Am Ende bekommt der Höchstbietenden den Zuschlag für das „Los“. Dieser kann eine, aber auch mehrere Kisten umfassen. Hat einer zum Beispiel acht Kisten Lachs ersteigert, kann er entscheiden, ob er die ganze Ladung nimmt, oder einen Teil wieder zurück in die Auktion gibt. So können für den gleichen Fang unterschiedliche Preise entstehen.

Fischauktion
Die Angebote werden genau studiert. Woher kommt der Fisch, wer war der Fischer usw. (Foto Andrea Ullius)

An der Fischautkion in Göteborg kommen in erster Linie Fische in den Verkauf, die auch an der Westküste gefangen werden. Thunfisch, Pangasius, aber auch norwegischer Lachs wir hier nicht versteigert. Diese gelangen direkt in den Grosshandel. Auch der grösste Teil des Herings gelangt direkt zur Verarbeitung in die Fabriken.

Fischerei ist immer noch beliebt

Heute haben in Schweden ungefähr 1800 Personen eine Lizenz für die Berufsfischerei. Sie sind auf 1500 zertifizierten Booten unterwegs. Vom Fischfang leben aber bedeutend mehr Menschen, denn für die Arbeit auf einem Fischerboot braucht es keine Lizenz. 40% der Fischer in Schweden sind mit Kleinbooten von einer Länge bis zu 12 Metern unterwegs.

Gefischt wird mit Schleppnetzen (Hering, Makrele, Plattfische und Gernelen), sowie mit normalen Netzen, Käfigen und Langleinen (Kabeljau, Hai, Aal und Lachs. Die wichtigsten Fischarten in der schwedischen Fischerei sind Kabeljau, Hering, Garnelen und Hummer.

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Makrelen sind sehr beliebt bei den Schweden. (Foto Andrea Ullius)

Wenn du diese Auktion hautnah erleben möchtest, kannst du mir der Strassenbahn 3,9 und 11 bis zur Haltestelle Stigbergstorget fahren und dann noch fünf Minuten zu Fuss gehen. Am Montag beginnt die Versteigerung um 7 Uhr, Dienstag bis Freitag um 6:30 Uhr. Selber kannst du da aber keinen Fisch kaufe, das machst du dann später in der „Feskekôrka“.

Göteborgs Fiskauktion
Fiskhamnen
SWE-414 58 Göteborg
www.gfa.se

Text: Andrea Ullius
Fotos: Andrea Ullius

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